Stefano Giannetti «Sacre»
Eigentlich, sagt Stefano Giannetti, wäre er nicht auf die Idee gekommen, Strawinskys «Le Sacre du printemps» zu choreografieren. Zu sehr sei er geprägt von den drei meisterlichen Versionen, in denen er getanzt hat: Bé-jart, Neumeier, Tetley. Dann kamen Corona, das Umweltdebakel und eine persönliche Katastrophe: Mehrere Meter stürzte er von der Bühne in die Tiefe, vier Monate Krankenhaus und 13 Operationen waren die Folge. Ärztlicher Kunst ist seine Genesung zu danken. Strawinskys Geniestreich von 1913 wurde dann doch so etwas wie Giannettis Befreiungs-Werk.
Dabei sind die Bedingungen am Anhaltischen Theater Dessau, wo er seit 2019 als Nachfolger von Tomasz Kajdanski Ballettdirektor und Chefchoreograf ist, alles andere als günstig. Vorbei sind die goldenen Zeiten, als die Kompanie gut 20 Mitglieder zählte. Abendfüllende Handlungsballette und sinfonische Adaptionen gingen damals über eine der größten Bühnen des Landes. Einige Jahrzehnte und etliche Ballettmeister später verfügt das auf politischen Willen sukzessive geschrumpfte Ensemble heute über acht Positionen. Und wenn es dann noch verletzungsbedingt zu Ausfällen kommt, muss jener «Sacre» eben zeitweise mit sechs Beinpaaren ...
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Tanz Februar 2023
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Volkmar Draeger
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