sommerwunder? lemi ponifasio...
...ist der high chief bei jedem besseren Tanzfestival. Immer raunt aus ihm, einem Häuptling seiner Majestät, der englischen Königin, eine ironiefreie Rede allein an die Königin, als wäre das britische Commonwealth die Rettung seiner Heimat Samoa nach der deutschen, der US-amerikanischen und der neuseeländischen Besatzung. Ponifasio, tatsächlich ein high chief, hat in Japan und bei Indianern in Kanada gelebt. Er gibt sich als Ureinwohner und Kosmopolit.
Sein Anliegen ist die globale Gerechtigkeit, sein Thema eine diffuse Angst, die er auf der Bühne in erstarrter Symbolik tanzen lässt. Bestes Kunstgewerbe: ein geölter Alabasterkörper, ein ausgefranster Engel, dahinter eine schlurfende Mönchskolonne, die sich den Staub aus dem Rock klopft. Das hat mit Kultur nichts zu tun, mit angstbesetzer political correctness aber alles. Als Ponifasio in einem Publikumsgespräch jede Frage süffisant lachend an sich abgleiten ließ, wurde deutlich, dass er selbst es ist, der in panischer Angst vor Verortung und Festlegung dafür sorgt, dass an seiner Kunst kein Stäubchen der Geschichte hängen bleibt. Muss es auch nicht, er ist ja nichts weiter als ein globalisierter Exot.
Lemi Ponifaso zeigt «Birds ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 59
von Irmela Kästner
Zum ersten Mal in der Hauptstadt gibt es Tanzfilm-Glimmer wie sonst nur in Brighton oder Amsterdam. Moderiert von Pegah Ferydoni, dem neuen Gesicht im «zdf.kulturpalast», sind zwölf Tanzfilme zu sehen, die zum «must see» des Genres gehören, von William Forsythe, Sasha Waltz, Jirˇí Kylián, Édouard Lock. Wim Wenders’ «Pina» trifft auf Birgit Adlers «Warten auf...
Stefan Dreher,heute schon Sonnengrüße gemacht?
Theoretisch schon. Das ist eine etwas freche Behauptung, denn normalerweise sollte das Üben in den Tagesablauf integriert sein, aber ich bin gerade verletzt und vorsichtig.
Sie üben und unterrichten Iyengar-Yoga. Wie kam es dazu?
Meine Mutter hat Yoga gemacht und unterrichtet immer noch. Zu Hause war das immer sehr...
Sie gehören seit 2010 dem Kairoer Opernballett als Tänzer an. Was hat sich nach der Revolution geändert?
Eigentlich nichts. Der einzige Unterschied ist, dass man heute Kürzungen im Budget oder unfaire Ausländersteuern in der Kompanie nicht mehr hinnimmt. Man macht den Mund auf. Vorher war noch der leiseste Protest ein Grund zur fristlosen Kündigung.
Vor der...
