sommerwunder? lemi ponifasio...
...ist der high chief bei jedem besseren Tanzfestival. Immer raunt aus ihm, einem Häuptling seiner Majestät, der englischen Königin, eine ironiefreie Rede allein an die Königin, als wäre das britische Commonwealth die Rettung seiner Heimat Samoa nach der deutschen, der US-amerikanischen und der neuseeländischen Besatzung. Ponifasio, tatsächlich ein high chief, hat in Japan und bei Indianern in Kanada gelebt. Er gibt sich als Ureinwohner und Kosmopolit.
Sein Anliegen ist die globale Gerechtigkeit, sein Thema eine diffuse Angst, die er auf der Bühne in erstarrter Symbolik tanzen lässt. Bestes Kunstgewerbe: ein geölter Alabasterkörper, ein ausgefranster Engel, dahinter eine schlurfende Mönchskolonne, die sich den Staub aus dem Rock klopft. Das hat mit Kultur nichts zu tun, mit angstbesetzer political correctness aber alles. Als Ponifasio in einem Publikumsgespräch jede Frage süffisant lachend an sich abgleiten ließ, wurde deutlich, dass er selbst es ist, der in panischer Angst vor Verortung und Festlegung dafür sorgt, dass an seiner Kunst kein Stäubchen der Geschichte hängen bleibt. Muss es auch nicht, er ist ja nichts weiter als ein globalisierter Exot.
Lemi Ponifaso zeigt «Birds ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 59
von Irmela Kästner
Am 24. August wird der in Ungarn geborene Impresario 99 Jahre alt. Er lässt es sich nicht nehmen, in diesen Tagen mal wieder von New York, das ihm vor einem halben Jahrhundert Heimat wurde, nach Europa zu jetten: Berlin, Barcelona, Genf. Früher war er Passagier der Concorde, damit es schneller ging. «Ich war 83-mal in Japan», sagte er letztes Jahr. Man hört daraus...
Vereinzelte Töne tröpfeln aus den Lautsprechern im Dachgeschoss. Es knarzt und knackt im Probenraum der Münchner Tanztendenz. Die Tänzerin, Choreografin und Yoga-Lehrerin Anna Holter probt mit ihrem Ensemble «Thema 3» – ein Stück, in dem sich die gebürtige Schwedin mit unterschiedlichen Assoziationen zur Zahl drei auseinandersetzt. Die Tänzerinnen bewegen sich...
«ICK und die anderen»: Das ist es, wofür das Internationaal Choreografisch Kunstencentrum Amsterdam steht. Denn es sind die anderen, die uns inspirieren und mit denen wir in einen kreativen Dialog treten.
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