Sleeping Water, Flexible Silence
Saburo Teshigawara lacht, als ich ihn mit meiner Einschätzung konfrontiere, er müsse der mit Abstand meistbeschäftigte Choreograf auf diesem Planeten sein. Drei Premieren hatte er allein im Februar – in Nantes, Martigues und Paris. «Ich arbeite immer an mehreren Stücken gleichzeitig, derzeit an fünf oder sechs.» Dann scherzt er: «Ich könnte jeden Monat ein Stück kreieren.
» Schlingert er nicht auch in seinen atemberaubenden Soli in alle Richtungen zugleich, wenn er Arme, Beine und sogar den Rumpf wie Papiergebilde im Wind flattern lässt? Zu den parallel entstehenden Kreationen zählt er natürlich auch Workshop-Arbeiten, die in seinem Studio Karas Apparatus in Tokio entstehen, sowie Opern- oder Theaterinszenierungen. Wenn Teshigawara aber innerhalb von drei Wochen gleich drei Premieren feiert, ist es logisch, dass nicht alle drei auf Tournee gehen können. Manches hat zudem eher Event-Charakter, etwa das Duo fürs Musikfestival «La Folle Journée» in Nantes, das er mit seiner Gefährtin Rihoko Sato bestreitet. Allein, also ohne sie, ist er ohnehin nicht zu haben. Parallel zum Duett hat er mit seiner Truppe Karas zwei Ensemble-Stücke vorbereitet: «Sleeping Water», als Europapremiere im ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
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