Sidi Larbi Cherkaoui: «Orbo Novo»
Der Bestseller «My Stroke of Identity» der Hirnforscherin Jill Bolte Taylor – die bedrückende Geschichte ihres eigenen Schlaganfalls und ihrer langsamen Genesung – hatte Cherkaoui tief beeindruckt und schließlich zu «Orbo Novo» inspiriert. Ihre Worte wurzeln in ihrer Wahrnehmung sich auflösender physischer Grenzen und unser aller innerer Dualität. Hier sind die rechte und linke Gehirnhälfte eine Metapher für Ost und West.
Cherkaoui baut auf der Idee des Grenzüberschreitens auf, seien es Zeit- oder Kulturgrenzen, und er untersucht nicht nur das Konstrukt des Verstands, sondern auch die Abstände zwischen uns.
Der Stücktitel vermittelt dazu den Eindruck einer extremen Vergangenheit und womöglich einer ebenso beeindruckenden Zukunft. Cherkaouis Zugang zur Neuen Welt war New York City, wohin er direkt nach einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt bei den Shaolin-Mönchen in China reiste. Der Puls, die Vielfalt und die Widersprüche des Schmelztiegels New York trafen ihn jetzt besonders – und einige dieser Bilder (die Twin Towers des 11. September, die von dem Musical «Hair» inspirierten Kostüme, mit hippiesken Röcken und bodenlangen Mänteln) finden sich in dem neuen Stück wieder. Er erzählte ...
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