sidi larbi cherkaoui
«Babels-Träume» heißt das Porträt des lerngierigsten, arbeitswütigsten, rastlosesten Choreografen der Gegenwart. Don Kent und Christian Dumais-Lvowski sind ihm mit der Kamera gefolgt, haben seine Wurzeln in Hoboken gesucht, einem Vorort von Antwerpen. Hier zog die Familie mehrmals um, in der Schule trug er die Kleidung seines älteren Bruders auf. Der Vater hatte Angst, er könne durch die Tanzerei schwul werden. Gehänselt wurde er wegen seines arabischen Nachnamens.
Cherkaoui heißt «von Osten kommend».
Das Reisen begann er als Pimpf in der Straßenbahn auf dem Weg in die große Stadt. Die Liebe zur andalusischen Musik entflammte bei den dreitägigen Fahrten seines Vaters in dessen Heimat Marokko. Die Reisen, am liebsten alle nach Osten, haben nie wieder aufgehört.
Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Phänomen. Seriöse Tanzausbildung? Fehlanzeige. Er, einer der gefragtesten Choreografen, der allein bei den Ballets de Monte-Carlo zwei Meisterwerke ablieferte, begann in einer Playback-Truppe im belgischen Aalst mit Showtanz. Alles, was er kann, hat er durch Imitation gelernt.
Das geht? Nein, mit Maria Pagès tanze er nicht Flamenco, mit den Shaolin-Mönchen nicht Kung-Fu. Jeder Lehrer sagt, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die beiden im Jahrbuch diskutierten neuen Förderprogramme der Kulturstiftung des Bundes haben nun je eine bis 2014 eingesetzte Jury. Das Programm Tanzerbe zur Repertoirebildung begleiten Rose Breuss, Direktorin des Institute for Dance Arts an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz, Bettina Masuch, künstlerische Leiterin des Festivals «Springdance» in Utrecht,...
Janet Eilber, seit 2005 sind Sie künstlerische Direktorin des Martha Graham Center of Contemporary Dance. Sie haben die Kompanie aus den Turbulenzen nach Martha Grahams Tod geführt und sind nun dabei, das Repertoire behutsam zu erneuern. Und Sie unterrichten die Fortgeschrittenenklasse der Martha Graham School of Contemporary Dance. Haben Sie dafür überhaupt noch...
Zu seinem Erstaunen muss Noverre feststellen, dass er in Berlin gelandet ist, einem Ort, den er während seiner Karriere aufgrund des schlechten Balletts nicht in bester Erinnerung hatte. Das Opernhaus, erbaut unter Friedrich dem Großen, steht noch, ist aber wegen Renovierung geschlossen. So begibt sich Noverre in ein sogenanntes Kulturkaufhaus an der...
