sidi larbi cherkaoui
«Babels-Träume» heißt das Porträt des lerngierigsten, arbeitswütigsten, rastlosesten Choreografen der Gegenwart. Don Kent und Christian Dumais-Lvowski sind ihm mit der Kamera gefolgt, haben seine Wurzeln in Hoboken gesucht, einem Vorort von Antwerpen. Hier zog die Familie mehrmals um, in der Schule trug er die Kleidung seines älteren Bruders auf. Der Vater hatte Angst, er könne durch die Tanzerei schwul werden. Gehänselt wurde er wegen seines arabischen Nachnamens.
Cherkaoui heißt «von Osten kommend».
Das Reisen begann er als Pimpf in der Straßenbahn auf dem Weg in die große Stadt. Die Liebe zur andalusischen Musik entflammte bei den dreitägigen Fahrten seines Vaters in dessen Heimat Marokko. Die Reisen, am liebsten alle nach Osten, haben nie wieder aufgehört.
Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Phänomen. Seriöse Tanzausbildung? Fehlanzeige. Er, einer der gefragtesten Choreografen, der allein bei den Ballets de Monte-Carlo zwei Meisterwerke ablieferte, begann in einer Playback-Truppe im belgischen Aalst mit Showtanz. Alles, was er kann, hat er durch Imitation gelernt.
Das geht? Nein, mit Maria Pagès tanze er nicht Flamenco, mit den Shaolin-Mönchen nicht Kung-Fu. Jeder Lehrer sagt, ...
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