sidi larbi cherkaoui

wird in der DVD «Rêves de Babel» hervorragend porträtiert, Polina Semionova in einer vorzüglichen Biografie. Neues auch zu Adolphe Appia, Régine Chopinot, Hanna Berger und Marcia Siegel

Tanz - Logo

«Babels-Träume» heißt das Porträt des lerngierigsten, arbeitswütigsten, rastlosesten Choreografen der Gegenwart. Don Kent und Christian Dumais-Lvowski sind ihm mit der Kamera gefolgt, haben seine Wurzeln in Hoboken gesucht, einem Vorort von Antwerpen. Hier zog die Familie mehrmals um, in der Schule trug er die Kleidung seines älteren Bruders auf. Der Vater hatte Angst, er könne durch die Tanzerei schwul werden. Gehänselt wurde er wegen seines arabischen Nachnamens. 
 

Cherkaoui heißt «von Osten kommend».

Das Reisen begann er als Pimpf in der Straßenbahn auf dem Weg in die große Stadt. Die Liebe zur andalusischen Musik entflammte bei den dreitägigen Fahrten seines Vaters in dessen Heimat Marokko. Die Reisen, am liebsten alle nach Osten, haben nie wieder aufgehört. 


Sidi Larbi Cherkaoui ist ein ­Phänomen. Seriöse Tanzausbildung? Fehlanzeige. Er, einer der gefragtes­ten Choreografen, der allein bei den Ballets de Monte-Carlo zwei Meisterwerke ablieferte, begann in einer Playback-Truppe im belgischen Aalst mit Showtanz. Alles, was er kann, hat er durch Imitation gelernt. 


Das geht? Nein, mit Maria Pagès tanze er nicht Flamenco, mit den ­Shao­lin-Mönchen nicht Kung-Fu. Jeder Lehrer sagt, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2010
Rubrik: medien, Seite 60
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sergei Diaghilew

war ein Scharlatan. Ein ungemein kreativer dazu, wenn es darum ging, Geld einzutreiben. Denn er hatte eine Vision: Ballett aus Russland in den Westen zu bringen. Das Unternehmen, 1909 begonnen, schlug in Paris und den anderen europäischen Metropolen wie eine Bombe ein und reformierte fortan den Bühnentanz. Und noch eines konnte Diaghilew: Menschen für sich...

cottbus: Johann Kresnik

ist wieder da. Darmstadt hebt am 5. November seine «Ulrike Meinhof» in den Spielplan, eine widerborstige Kritik an Deutschlands Umgang mit dem damals so getauften Terror. In Cottbus tritt er wieder selbst an, zum 225. Geburtstag des Fürsten von Pückler-Muskau, dessen «Pückler-Eis» jedes Kind kennt. Seine Schlösser und Parks in Bad Muskau und Cottbus-Branitz, seine...

für tänzer: workshops

In Düsseldorf lädt die Akadmie des tanzhauses nrw zu House mit OG, Salsa mit Christian Pao, «Singing for Dancers» mit Wi-Moto Nyoka, Disko-Fox mit Anna-Mirjam Griesbach, Pilates mit Mariam Younossi (alle 9., 10. Okt.); zu orientalischem Tanz mit Gizella (9., 23. Okt., 6., 27. Nov.); zu Ballett mit Silvia Behnke (10., 17., 24. Okt.); zu Butoh mit Sabine Seume (16.,...