Show time

Der Berliner Friedrichstadt-Palast hat für «Arise» namhafte Choreografen wie Ohad Naharin und Eric Gauthier engagiert.

Big Eye Is Watching You? Als ob es sich um eine Augenbraue handelt, wölbt sich ein Lichtband über die gigantische Bühne im Berliner Friedrichstadt-Palast und lässt einen sofort an den visionären Roman von George Orwell denken, der nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat: ein Eindruck, der im Grunde gar nicht so verkehrt ist, denn im weiteren Verlauf von «Arise» («Aufstehen», «Nicht aufgeben») tanzt das Ensemble immer wieder auf einem Podest, als wär’s die Iris eines Auges.

Wer indes seine Ohren spitzt, was angesichts des steigenden Lautstärkepegels gar nicht so einfach ist, der kann schon während des Vorspiels das Blitzlichtgeräusch eines alten Fotoapparats hören. Und genau davon handelt letztlich dann die neue Revue: von der Schaffenskrise eines «weltbekannten» Fotografen, dem im Zug der Zeit ganz offenbar seine Muse abhandengekommen ist.

Der heißt nicht Helmut Newton, wie man in Berlin vielleicht erwarten würde, sondern ganz fiktiv Cameron, und dem Mann misslingt gleich in der ersten Szene so ziemlich alles. «Ich habe den perfekten Moment verpasst», meint er verzweifelt, während sich der Rock einer Tänzerin wie ein riesiges Herz aufbläht. Als ihm beim «Fotoshooting» kein ...

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Tanz November 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 8
von Hartmut Regitz

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