Show time
Big Eye Is Watching You? Als ob es sich um eine Augenbraue handelt, wölbt sich ein Lichtband über die gigantische Bühne im Berliner Friedrichstadt-Palast und lässt einen sofort an den visionären Roman von George Orwell denken, der nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat: ein Eindruck, der im Grunde gar nicht so verkehrt ist, denn im weiteren Verlauf von «Arise» («Aufstehen», «Nicht aufgeben») tanzt das Ensemble immer wieder auf einem Podest, als wär’s die Iris eines Auges.
Wer indes seine Ohren spitzt, was angesichts des steigenden Lautstärkepegels gar nicht so einfach ist, der kann schon während des Vorspiels das Blitzlichtgeräusch eines alten Fotoapparats hören. Und genau davon handelt letztlich dann die neue Revue: von der Schaffenskrise eines «weltbekannten» Fotografen, dem im Zug der Zeit ganz offenbar seine Muse abhandengekommen ist.
Der heißt nicht Helmut Newton, wie man in Berlin vielleicht erwarten würde, sondern ganz fiktiv Cameron, und dem Mann misslingt gleich in der ersten Szene so ziemlich alles. «Ich habe den perfekten Moment verpasst», meint er verzweifelt, während sich der Rock einer Tänzerin wie ein riesiges Herz aufbläht. Als ihm beim «Fotoshooting» kein ...
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Tanz November 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 8
von Hartmut Regitz
Augsburg
Theater «Dimensions of Dance. Part 3»: «Whim» von Alexander Ekman, «Rain Dogs» von Johan Inger und «Satisfaction» von Ballettdirektor Ricardo Fernando. martini-Park, 3. Nov. «Creations»: «bel inconnu» von Patrick Delcroix und «Poco» von Mauro Astolfi. brechtbühne im Gaswerk, 7., 20., 21., 26., 28. Nov. Premiere «Winterreise», Tanztheater von Ricardo...
Mit seiner «Giselle»-Interpretation für das English National Ballet hat Akram Khan 2017 einen großen Erfolg eingefahren. Seine Neukreation «Creature», wiederum fürs ENB, erzählt nun dagegen eine Geschichte, die sich in allzu vielen Verästelungen verliert und das Auffassungsvermögen des Publikums arg strapaziert.
Es handelt sich um eine Nacherzählung und...
Eine Show im Berliner Friedrichstadt-Palast wird zwei Jahre vorbereitet, kostet viele Millionen (in diesem Fall: elf) – und am Ende verantwortet sie ein Mann: als Chefregisseur, Autor und Liedtexter. Wie bekommt man einen in Deutschland so einmaligen Job, was muss man dafür mitbringen und können? Wir haben uns mit Oliver Hoppmann unterhalten, der seit 2011 beim...
