Shantell Martin
Shantell Martin zeichnet auf allem: auf Flugzeugen, auf Stoff, auf Schuhen, auf Häuserwänden, auf Körpern. Sie zeichnet mit einem flachen, schwarzen Marker auf weißem Grund, fast immer großflächig. Eine bemerkenswerte Leinwand für ihre Kunst war im vergangenen Winter das Lincoln Center in New York, Sitz des New York City Ballet (NYCB). Seit 2013 lädt die Art Series des NYCB zeitgenössische Künstler zu einer großformatigen site-spezifischen Installation ein. Diese Serie, konzipiert um neue Zuschauer zu rekrutieren, ist laut Kompanie ein kommerzieller Erfolg.
Die britische Künstlerin, die ihre Karriere als VJ (visual jockey) in Mega-Clubs in Tokio begann, arbeitet sich im kreativen Prozess von innen nach außen. Auch hier: Intensive Gespräche mit Tänzern über ihren Beruf, über Verletzungen geben ihr einen intimen Einblick. Sie besucht Proben, zeichnet live dabei. Die Energie der tanzenden Körper verwandelt sie in fließende dynamische Linien, sie winden sich, unterbrechen sich, wie zufällig formen sie Gesichter, Körper, Text («JOY», «STRENGTH»). Sie strömen schließlich auf den weiß ausgelegten Boden des Foyers des David H. Koch Theater. Das kühne, monochrome Ergebnis heißt «Finding Your ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Wir treffen uns vor der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin. Die Choreografin Kareth Schaffer kommt gerade vom Training: Balinesischer Tanz für Fortgeschrittene. Unterricht nimmt sie bei Ketut Tutiek Rahayu, der Presse- und Kulturreferentin der Botschaft. Die Dame gibt hier Tanzunterricht für die Söhne und Töchter ihres Landes, die es nach Berlin...
Rio Rutzinger ist beim Wiener Festival «ImPulsTanz» Künstlerischer Leiter Workshop und Research – eine bislang einzigartige Position, die bei der Entwicklung neuer künstlerischer Formate eine Rolle spielen könnte.
Herr Rutzinger, was war 1984 der Antrieb, um «ImPulsTanz» als reines Workshop-Festival zu starten?
Ich war damals noch in der Schule, ich kolportiere...
Oscar Buthelezi erhielt 2016 als erster Afrikaner den mit 10 000 Euro dotierten «Kurt-Jooss-Preis» der Stadt Essen für sein Duett «Road» – eine Ehre, die in diesem Jahr der chinesischen Folkwang-Absolventin Chun Zhang mit «Being far away from» zuteil wurde. Buthelezi trat dafür beim Wettbewerb «choreography 33» in Hannover an. Wieder hat er gewonnen: den ersten...
