Entdeckungsreise

Mit dem «Pina Bausch Fellowship» können Tanzschaffende jetzt überall auf der Welt neue Erfahrungen sammeln. Auch Kareth Schaffer hat davon profitiert. Auf Bali. Von Arnd Wesemann

Wir treffen uns vor der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin. Die Choreografin Kareth Schaffer kommt gerade vom Training: Balinesischer Tanz für Fortgeschrittene. Unterricht nimmt sie bei Ketut Tutiek Rahayu, der Presse- und Kulturreferentin der Botschaft. Die Dame gibt hier Tanzunterricht für die Söhne und Töchter ihres Landes, die es nach Berlin verschlagen hat. Kareth Schaffer, die blonde Tänzerin, Performerin und Choreografin, ist gut in diese Community integriert. Den Tanz hat sie auf Bali gelernt: als Stipendiatin des «Pina Bausch Fellowship».

Bali ist ein Traum.

Auf der Insel gibt es 45 Arten, Gamelan in Orchestern zu spielen. Es existieren über hundert Tänze, heilige, profane und solche für Touristen. Neben Reiki, Yoga und Meditation, gern in schicken Ressorts an tropischen Stränden ausgeübt, ist es vor allem die gewachsene Kultur, die lockt. Auch Kareth Schaffer lockte sie. Vor vier Jahren zum ersten Mal. Dabei hatte sie mit Bali nur wenig zu tun. Zuletzt stellte sie in Berlin mit ihrer performativen Installation «Cassandra Has Turned – 1» ihr starkes, kluges Improvisationstalent unter Beweis. Im Hauptberuf gehört sie zur hiesigen zeitgenössischen Szene. Am ...

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Tanz August/September 2019
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Arnd Wesemann

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