Servus, kleiner Jakob

Er hat es in Rekordzeit an die Spitze geschafft – erst in Wien, jetzt in Amsterdam. Ein Ortswechsel, mit dem Jakob Feyferlik aus den Kinderschuhen seiner Karriere steigt.

Seinen ersten Spagat macht Jakob Feyferlik auf der Wickelkommode – allerdings nicht ganz freiwillig. Schwester Viktoria, die dem kleinen Bruder mit Begeisterung die Windeln wechselt und eine Ballettausbildung am Wiener Konservatorium begonnen hat, dehnt die beweglichen Baby-Beine nach allen Regeln des klassisch-akademischen Kanons. Später begleitet der Junge die Mutter, um Viktoria vom Training abzuholen. Denn durch die Tür des Vorraums im alten Konservatorium kann er die Proben verfolgen.

«Ich konnte schon als kleiner Bub vom Zuschauen alle Mädchen-Variationen in- und auswendig nachtanzen», erzählt Feyferlik gut gelaunt. «Zu Hause hat meine Schwester mir Korrekturen gegeben. Ich wollte unbedingt Balletttänzer werden.» Jahre später sollten die beiden ein einziges Mal gemeinsam auf der Bühne stehen: im «Nussknacker» der Wiener Staatsoper, als sie gerade neu im Ensemble anfing, und er noch in die Ballettakademie ging. Jakob war der kleine Fritz, Viktoria die Mutter eines Kindes.

Der Weg des Jungen scheint vorgezeichnet – und rückblickend von atemberaubender Geradlinigkeit und Geschwindigkeit: Ballettschule, Konservatorium (Privatuniversität) der Stadt Wien, Ballettakademie der ...

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Tanz August/September 2021
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Bettina Trouwborst

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