Buch, CD, DVD 8/21
Katalog
TÄNZERINNEN
Erstaunliches fesselt den Blick: Eine Frau spreizt die Arme V-förmig über dem maskierten Schädel, in ihrem Rücken dehnt sich ein Terrassengeländer, dahinter Industrie- oder Mietskasernenarchitektur. Das Bild könnte aus den Social Media stammen, aber es ist 90 Jahre alt, zeigt die Tänzerin Oda Schottmüller in Aktion als «Henker» und stammt von Gyula Pap. Es findet sich in der Ausstellung «Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik» und im Katalog, vom Berliner Georg Kolbe Museum mit großer Sorgfalt kuratiert.
Kolbe hat sich als Bildhauer und Zeichner vielfach mit dem Tanz befasst, und so lag es nahe, in seinem Atelier – einem der kleinsten, aber feinsten Museen der Hauptstadt – Zeugnisse aus den Goldenen Zwanzigern zusammenzutragen. Elf Protagonistinnen werden gewürdigt, von der geschäftstüchtigen Celly de Rheidt und ihrem barbusigen Schönheitsballett bis hin zu Oda Schottmüller, 1943 von den Nazis ermordet. Die Biografien liefern Fakten, die Bilder die künstlerische Essenz. Die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter beleuchtet den Höhenflug der Tanzfotografie, weitere Essays sowie Aufnahmen künstlerischer Interventionen von Sasha Waltz, Kat ...
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Tanz August/September 2021
Rubrik: Medien, Seite 50
von
Nadine Ijewere war 2019 weltweit die erste schwarze Fotografin, die ein Cover für die «Vogue» fotografieren durfte. 2019 war auch das Jahr, in dem afrikanische Modemacher international Furore machten, als ihre nur scheinbar traditionellen Schnitte und Muster als Ausdruck ihrer Identität auch bei den Modekonzernen Anerkennung fanden.
Nadine Ijewere, mit...
DER WEISSE TURM VON MULEGNS
Wer das Modell des «Weißen Turms» von Mulegns für das Werk eines Zuckerbäckers hält, liegt gar nicht so falsch. Tatsächlich haben die Familien Poltera und Jegher dem Bergdorf im Schweizer Kanton Graubünden einst zu einem gewissen Wohlstand verholfen, nachdem sie im Ausland mit ihren Patisserien das große Geld gemacht hatten. Inzwischen...
In Zeiten wie diesen ist es schon nicht einfach, ein Bild von der Lage zu zeichnen. Umso größer scheint die Herausforderung, sich an die Bewegungsmuster der Verhältnisse unserer «postpandemischen» Gegenwart heranzuwagen. Denn das braucht, so widersprüchlich es auch klingen mag, ein bestimmtes Maß an Distanzierung. Martin Schläpfer, seit dem Vorjahr Leiter und...
