Serie: Master-Macher
Ein Tanzstudium an der Universität – geht das? So fragten sich viele, als 2002 an der Universität Bern erstmals ein Nachdiplomstudiengang TanzKultur ausgeschrieben wurde. Während bei den Tanzinteressierten die Begeisterung groß war, zeigten sich die zuständigen Gremien skeptisch – nicht nur bezüglich der Wissenschaftlichkeit einer solchen Weiterbildung, sie zweifelten auch ihre Finanzierbarkeit an.
So musste das innovative und europaweit einmalige Projekt, in dem die Gründerin und Studienleiterin Margrit Bischof Theorie und Praxis, Erfahrungswissen und akademische Reflexion zu Tanz-Themen zusammenbrachte, erst einige Hürden nehmen, bevor es als Weiterbildungsstudium TanzKultur startete. Nach der erfolgreichen Durchführung mehrerer Jahrgänge wurde es 2010 sogar zum MAS-Studiengang erweitert. Dann ging Bischof in Pension. Plötzlich wollte die Leitung des Instituts für Sportwissenschaft, wo der Studiengang TanzKultur angeschlossen war, von einer Weiterführung nichts mehr wissen. War die einzigartige, über zehnjährige Aufbauarbeit umsonst gewesen?
Nein, sagte Christina Thurner, seit 2007 Tanzprofessorin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Nein, ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Marianne Mühlemann
Sie war «solide, erdverbunden, aus schwerem Lehm, nicht aus Glas». Kein Wunder, dass sie lange Zeit nur «Die Schwester des Tänzers» war, wie der Roman von Eva Stachniak in der deutschen Übersetzung heißt. Der englische Originaltitel lautet mit mindestens ebenso großer Berechtigung «The Chosen One», denn Vaslav Nijinsky hatte Bronislava Nijinska als Opfer in...
Corps rebelles
Einmal quer durch das 20. Jahrhundert wandern und dabei sechs tänzerische Themenkreise inspizieren – die Ausstellung im Musée des Confluences in Lyon macht’s möglich. Das Haus hat ein halbes Dutzend Künstler damit beauftragt, die einzelnen Sektionen zu kuratieren. So ist etwa Louise Lecavalier für das Virtuosentum zuständig, Raimund Hoghe (siehe...
George Balanchines legendärer «Nutcracker» wurde im Februar 1954 uraufgeführt, begeisterte das Publikum und wurde zum finanziellen Rettungsanker des New York City Ballet. Wie der russische Choreograf zu Tschaikowskys Klängen und mit 125 Kindern auf der Bühne seine Erinnerungen an ein märchenhaft überzuckertes Petipa-Sankt-Petersburg bündelte, wurde für...
