Basel
Als Bond Girl ist Andrea Tortosa Vidal eine Frau mit gefährlich viel Beinfreiheit und einem Augenaufschlag so verführerisch wie ein trockener Martini. Schade nur, dass ihr Partner Jorge García Pérez als Anzugträger eher das Charisma eines Büroangestellten hat und für einen Rebellen und Outlaw zu brav wirkt. Was sich daran zeigt, dass er immer erst die Krawatte zurechtrückt, bevor er sich aufmacht, die Welt zu retten. Leinwandhelden sehen anders aus.
Als Choreograf bleibt Richard Wherlock seinem Credo treu, die Zuschauer durch rasche Wechsel und spektakuläre Bewegungsdichte zu unterhalten. Von daher erscheint es stimmig, dass er hier gleich zwei legendäre Helden zusammenbringt: James Bond und der titelgebende «Robin Hood» sind Zutaten zu diesem Cocktail, und natürlich wird in dem Ballett im Stil der Swinging Sixties tüchtig mit Armen und Beinen geschüttelt und nicht gerührt. In den temporeichen Tanzszenen entsteht dann aber doch eine Spannung, die in den vom Basler Sinfonieorchester süffig gespielten Songs von John Barry aus diversen James-Bond-Filmen ihr musikalisches Pendant findet. Bis man als Zuschauer herausfindet, wer welche Figur ist, kann es allerdings ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 48
von Martina Wohlthat
Es bleibt dabei: Ricardo Fernando wird das Theater Hagen Ende der Spielzeit verlassen (tanz 12/16), damit verliert die Tanzsparte ihren Chef – und wohl etliche Tänzer dazu. Fernando streicht die Segel, weil ihn die jahrelange Bittstellerei um mehr Zuwendungen oder zumindest weniger Einsparungen zermürbt hat. Dass der Brasilianer in den vergangenen zwölf Jahren...
Jochen Sandig wird 2019 Intendant der «Ludwigsburger Schlossfestspiele». So soll sich das klassisch orientierte Festival nach dann zehn Spielzeiten unter Thomas Wördehoff neu ausrichten. Der 48-jährige Kulturmacher und Produzent Sandig, der sich in Berlin vom Tacheles über die Sophiensäle bis zum Radialsystem V als Gründerfigur par excellence etabliert hat,...
«Eine Tänzerin in Indien erhält nach der Vorstellung in der Regel eine Gage von 5000 Rupien», so der zeitgenössische Choreograf und Kathak-Tänzer aus Kolkata. Das sind etwas weniger als 70 Euro. Gezahlt wird in bar, und zwar in jenen 1000er- und 500er-Scheinen, die seit dem 8. November ungültig sind. In jener Nacht wurden 86 Prozent des gesamten indischen...
