Basel
Als Bond Girl ist Andrea Tortosa Vidal eine Frau mit gefährlich viel Beinfreiheit und einem Augenaufschlag so verführerisch wie ein trockener Martini. Schade nur, dass ihr Partner Jorge García Pérez als Anzugträger eher das Charisma eines Büroangestellten hat und für einen Rebellen und Outlaw zu brav wirkt. Was sich daran zeigt, dass er immer erst die Krawatte zurechtrückt, bevor er sich aufmacht, die Welt zu retten. Leinwandhelden sehen anders aus.
Als Choreograf bleibt Richard Wherlock seinem Credo treu, die Zuschauer durch rasche Wechsel und spektakuläre Bewegungsdichte zu unterhalten. Von daher erscheint es stimmig, dass er hier gleich zwei legendäre Helden zusammenbringt: James Bond und der titelgebende «Robin Hood» sind Zutaten zu diesem Cocktail, und natürlich wird in dem Ballett im Stil der Swinging Sixties tüchtig mit Armen und Beinen geschüttelt und nicht gerührt. In den temporeichen Tanzszenen entsteht dann aber doch eine Spannung, die in den vom Basler Sinfonieorchester süffig gespielten Songs von John Barry aus diversen James-Bond-Filmen ihr musikalisches Pendant findet. Bis man als Zuschauer herausfindet, wer welche Figur ist, kann es allerdings ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 48
von Martina Wohlthat
Alles gut, alles fein, alles schön – den Eindruck kriegt, wer mit Christoph Dittrich, dem Generalintendanten des Chemnitzer Theaters, darüber spricht, warum er die Führung der Tanzsparte zum Saisonende austauscht: Reiner Feistel gibt die künstlerische Leitung ab, Sabrina Sadowska rückt aus der zweiten Reihe an die Spitze. Bisher Ballettbetriebsdirektorin und...
Der Tod ist eine Lösung. Zumindest, wenn einem das Leben unmöglich geworden ist. Was muss 1889 in Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn, vorgegangen sein, dass er erst seine Geliebte Mary Vetsera erschoss und dann sich selbst? 1978 hat Kenneth MacMillan den Stoff für die Ballettbühne bearbeitet, jetzt nimmt sich Enrique Gasa Valga seiner an, unter dem...
Eine kleine Freiheit gefällig? Ein wenig erotische Fantasie? Pascal Beugré-Tellier aus Paris ist Tänzer bei Abou Lagraa. Und er ist Filmemacher. In «Evasion» ist er das Objekt weiblicher Fantasie. Diane Fardoun tanzt ihr Begehren, nachdem sie aus dem Fenster den einsamen Nachbarn sah, der sie in ihrem Schlafzimmer und bald auch in einem Kalksteinbruch verführt...
