Abwickler oder Retter des Tanzpreises?
Königsmord, Umsturz, Intrigen, Machtkämpfe – das Vokabular, das derzeit in Verbindung mit dem «Deutschen Tanzpreis» fällt, klingt mehr nach Shakespeare-Drama als nach deutscher Vereinsmeierei. Tragödie oder Komödie? Es liegt im Auge des Betrachters.
Ronald Hackelberg zum Beispiel, Ex-Vorstandsmitglied des Fördervereins Tanzkunst Deutschland (FTD), lacht mittlerweile auch mal laut auf, wenn er die Turbulenzen der vergangenen Monate Revue passieren lässt. Ulrich Roehm dagegen, der als Gründer des Preises gilt, sucht in Spanien Erholung von den Strapazen.
Er sieht sein Lebenswerk «vernichtet» und den FTD, der den Preis alljährlich im Essener Aalto Theater ausrichtet, «eliminiert». Zwar hat die Mitgliederversammlung Mitte November einen neuen Vorstand gewählt mit dem Auftrag, eine Arbeitsgruppe zur Umstrukturierung des Preises zu bilden und den Verein anschließend aufzulösen. Doch scheint der 83-jährige Ehrenvorsitzende kein Vertrauen in den neuen 1. Vorsitzenden Martin Puttke und sein Team zu haben: «Es stellt sich die Frage, ob diese neue Konzeption der originären Vision des Tanzpreises entspricht, oder ob er meint, auch neue Wege beschreiten zu müssen.» Dies sei ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Persönlich, Seite 34
von Bettina Trouwborst
Nord-London, Samstagabend. Ich sitze im Café des TripSpace, ein neuer Ort für zeitgenössische Choreografie und somatische Praxis. Über mir rumpelt die S-Bahn, an der Bar gibt es neben dem obligatorischen Latte und gesund klingenden Teesorten natürlich vegane Snacks. Heute wird die Location für ein paar Stunden von Jonathan Burrows, Matteo Fargion und ihren...
Prix de Lausanne
Deutschland ist in diesem Jahr mit drei Köpfen vertreten: Gigi Hyatt, Vize-Direktorin der Schule des Hamburg Ballett, Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero und Choreograf Christian Spuck (zugegeben – als Leiter des Zürich Ballett halber Exilant) sind Teil der neunköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Kevin O‘Hare, die das Kandidatenfeld beim...
Raimund Hoghe scheint um sein Leben zu schwimmen. Dann am Strand zu liegen und den Wellen zu lauschen, die Arme eng am Körper. Guy Vandromme sitzt am Flügel und spielt «La Valse» von Maurice Ravel, die Pianoversion, so aufgewühlt, als wäre es der finale Sturmflut-Satz aus Claude Debussys «La Mer». Die Assoziation entsteht vor allem deshalb, weil bald klar...
