Serie: Abschwellende Angst: 2. Rühr mich nicht an!

Corona hat es an den Tag gebracht – wir haben Angst. Wir gehen auf Distanz, schrecken körperlich zurück vor dem, was wir nicht sehen können. Die Angst macht der Politik längere Arme, als ihr zustehen, und hebt die Wissenschaft in den Stand einer politischen Macht. Unsere Serie will zeigen, welche Rolle der Tanz spielt in den Wissenschaften, die alle mal begründet wurden, um die Angst zu besiegen.

 

Wie die strenge Sicherheitskontrolle an den Flughäfen, die Gate Control, die seit 9/11 alle Passagiere verdächtigt, potenzielle Attentäter zu sein, so unterstellt auch die Abstandsregel in Corona-Zeiten, dass jede und jeder das Virus übertragen kann. Weil es möglich ist. Weil das Virus als Spätzünder bis zu vierzehn Tage braucht, um auszubrechen. Zu Erkrankten wird dringend ein Kontaktverbot empfohlen. Zu Gesunden, weil potenziell infiziert, auch. Obwohl das Virus über das größte Organ unseres Körpers, die Haut, nicht übertragen wird, wurde aus dem drohenden «Komm mir nicht zu nahe» ein mimosenhaftes «Rühr mich nicht an». Als würde die Haut den Übertragungsweg ebnen und nicht die Schleimhaut der oberen Atemwege.

 

Tänzerinnen und Tänzer, anders als Schauspieler und Sänger, versprühen ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Side Step, Seite 14
von Arnd Wesemann