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Die Choreografin und Selbstheilungs-Pionierin Anna Halprin wird hundert. Ein persönlicher Dank von Gabriele Wittmann

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«Ihre Kondition ist stabil», sagt ihre Sekretärin. Aber sie gebe keine Interviews mehr.

Gern hätte ich Anna Halprin gefragt, wie es aktuell nun für sie ist: Wie ist es körperlich, die Einhundert erreicht zu haben? Im Spüren, Fühlen, Denken: Was hat sich verändert? Ihre gesellschaftliche, politische Mission von Tanz als Heilung – trägt sie noch? Wie hat sie sich verändert? Wie hat sich ihre Umgebung in Kalifornien, wie hat sich die Gesellschaft in den USA gewandelt? Community-Projekte wie die «Ceremony of Us», die die Choreografin 1968 mit Menschen weißer und schwarzer Hautfarbe nach den Unruhen in Los Angeles begonnen hatte: Sie erscheinen derzeit erschreckend aktuell. Braucht die Gesellschaft Tanz? Braucht sie Heilungs-Rituale? Wofür?

 

Der schwarze Rabe, der während ihrer Krebs-Erkrankung 1972 an Halprins Fenster auftauchte und sie ihrem jüdischem Glauben zufolge «am Leben ließ» – gegen ein Versprechen, was sie für die Menschen künftig tun würde: Hat sich das eingelöst für sie, ein halbes Jahrhundert später? Wie versteht sie ihr Altwerden? Was ließ sie so alt werden?

 

Heilung als soziales Phänomen

 

Begegnet bin ich Anna Halprin zum ersten Mal während meiner Ausbildung an ihrem ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Gabriele Wittmann

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