Schöne Spinner
Der Preis ist längst wieder abgeschafft. Aber seine Konsequenzen kommen erst im Nachhinein richtig zum Tragen. 2003 hat sich Marco Goecke in Hamburg mit «Blushing» den Prix Dom Pérignon verdient und damit die Chance eingehandelt, für das Hamburg Ballett kreativ tätig werden zu können. Das hat der Choreograf aus dem Umfeld des Stuttgarter Balletts inzwischen auch getan – und zwar nach einhelliger Meinung von Kritik und Publikum ganz so, wie es Ballettintendant John Neumeier zu den 31.
Hamburger Ballett-Tagen programmatisch vorgegeben hat: als einen «Schritt in die Zukunft», mit der man sich auch an der Elbe eines Tages wird auseinander setzen müssen.
Während die anderen möglichen Mitgestalter hanseatischer Zukunft allerdings eher auf der Stelle treten, macht Goecke bei dieser Gelegenheit einen Riesenschritt vorwärts – und das mit einem Stück, das zwar nicht nach der Boulez-Devise das Opernhaus in Schutt und Asche legt, aber doch die ästhetische Konvention insoweit zertrümmert, als drei Kontrabässe pro Vorstellung dabei draufgehen. Klar, dass solche «Kollateralschäden» der Kunst ein Publikum provozieren. Prompt muss sich Marco Goecke denn auch ein paar Buhrufe gefallen lassen. Doch ...
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Widerstand entsteht im inneren Exil. Man verweigert sich, macht nicht mehr mit, man unterscheidet sich und bringt das System von innen her zur Implosion. Der italienische Schriftsteller, Philosoph und Europapolitiker Antonio Negri sieht das Ende des «Empire» beinah wie ein Kunstwerk. Weil Kunst für ihn nur dort entsteht, wo ein Prozess der Befreiung stattfindet....
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