Schlaflos

Ob Kiew, ob Moskau - die Sorge um Freunde und Verwandte treibt viele Tänzer im Westen um. Mikhail Kaniskin ist einer von ihnen.

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Mikhail Kaniskin, Sie waren Principal des Stuttgarter Balletts und zuletzt beim Berliner Staatsballett, Ihre Frau ist dort ebenfalls Erste Solistin, Sie leben seit vielen Jahren in Deutschland. Aber geboren sind Sie in Moskau – und Sie unterhalten enge Verbindungen sowohl nach Russland als auch in die Ukraine. Und zwar nicht nur innerhalb der Tanzwelt.
Meine Mutter lebt in Moskau, während ihre Geschwister zum großen Teil in die Ukraine gegangen sind, nach Kiew und in die nähere Umgebung der Stadt.

Für mich ist Ende Februar eine Situation eingetreten, die mich kaum mehr schlafen lässt.

Wie hat Ihre Familie, wie haben Kollegen das Geschehen erlebt? Sie sind ja in regelmäßigem Austausch mit Tänzern, sei es aus dem Mariinsky, sei es aus dem Bolschoi – seien es gebürtige Russen oder Ukrainer. 
Niemand konnte sich vorstellen, dass etwas Derartiges passiert. Natürlich betrachte ich die Entwicklungen aus einer sehr priviligierten Situation heraus – aber dennoch: es ist sehr schwierig. Bankkarten funktionieren nicht mehr, der Alltag ist äußerst beschwerlich geworden. Und für manche sogar unbezahlbar. Auch im Internet funktioniert das eine oder andere nicht mehr. Ein befreundeter Tänzer aus ...

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Tanz April 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 14
von Dorion Weickmann

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