Guido Markowitz, Damian Gmür «Beethoven. Unerhört. Grenzenlos»
«Wir stürzen», steht als Graffiti auf der weißen Mauer im Hintergrund, «Schöpfer Welt» wird zum Schluss dort stehen – zwei (fast) wörtliche Zitate aus der «Ode an die Freude», dem Finale von Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie. Beim Pforzheimer Ballettdirektor Guido Markowitz symbolisiert die berühmte Musik das «Einreißen von Mauern». Der große Chor aber, die offizielle Europa-Hymne, erklingt pandemiebedingt nicht live, sondern nur kurz in elektronischverwischter Bearbeitung.
Selbst der titelgebende Komponist lässt gute 20 Minuten auf sich warten, die Musik ist ein Mash-up aus zwei seiner vom Orchester gespielten Sinfonien und modernen Synthesizerklängen, anfangs harten Beats und zuletzt Sphärisch-Ausklingendem. Der Abend ist reich bestückt mit Musik, Bildern, Ideen und verschiedenen Tanzstilen – am Ende leidet er wohl an zu großer Auswahl, zu wenig Klarheit.
Markowitz und Co-Choreograf Damian Gmür illustrieren, gemeinsam mit ihrer Dramaturgin Alexandra Karabelas, eher die verschiedenen Aspekte des Themas «Mauer» und machen es schwer, irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. Auf der Mauer wird geschrieben und geklettert, jemand stürzt hinunter, sie wird eingerissen. Ihre Quader ...
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Tanz April 2022
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Angela Reinhardt
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