Schattenkind

Eva Baumanns Stück über mütterliche Gewalt

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Zu Beginn schlägt laut eine Tür zu. Um häusliche Gewalt geht es in Eva Baumanns «Schattenkind», und die findet für Außenstehende meist nicht wahrnehmbar statt. Wie fühlt es sich an, wenn man als Kind den Übergriffen der eigenen Mutter ausgesetzt ist? Bei der Premiere im Stuttgarter Theaterhaus zwingt die Tänzerchoreografin, wie sich Eva Baumann bezeichnet, unseren Blick auf ein Tabuthema.

Unser Bild der Mutter ist ein Ideal bedingungsloser Liebe, an dem wir festhalten, obwohl es Frauen überfordert: In den erfassten Fällen von Kindesmisshandlung treten Männer und Frauen etwa gleich häufig als Täter auf.

Wer ist Opfer, wer die Täterin? Immer wieder verschwimmen in «Schattenkind» die Rollen, wenn Eva Baumann mit einer Gliederpuppe aus weißem Stoff tanzt, deren Posen verblüffend lebensnah sind. Gewalttätige Mütter, so die Statistik, sind meist selbst Opfer gewesen. Die menschengroße Puppe hat der Figurenspieler Jördis Meister als silhouettenhaftes Ebenbild der Tänzerin gestaltet, nur ihre Hände sind realistisch abgeformt. Sie halten die Fäden, an denen die Tänzerin einmal gefangen wie eine Marionette tanzt. Umgekehrt ist der Tanz-Dummy auf die Interaktion mit der Tänzerin angewiesen, ...

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Tanz März 2022
Rubrik: Familie, Seite 55
von Andrea Kachelrieß

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tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance

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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

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Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Arnd Wesemann
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