Sankai Juku
Jeder Künstler kehrt irgendwann zurück zu seinen Wurzeln. Jahre-, jahrzehntelang produziert man für den Publikumsgeschmack oder den der Förderer und öffentlichen Geldgeber. Man bestätigt Erwartungen, die man selbst geschürt hat. Hinterfragt auch nicht mehr plakative Pauschalurteile, sondern reproduziert sie geflissentlich. Never change a winning style? Aber irgendwann hat es ein Ende mit der Selbstverleugnung, der ewigen Produktion von Hochglanz. Irgendwann zieht es sie alle zurück zu ihren Wurzeln. Oder zu einfacheren Formen, zur schlichten Realiltät.
Als würden dort ihre Wurzeln liegen.
Die fanden sich überraschend bei der jüngsten Premiere von Sankai Juku, die das Théâtre de la Ville in Paris verzauberte. Eine Ode an die Dunkelheit, an den Übergang vom Tag zur Nacht steckt in «Tobari». Das Wort bezeichnet in Japan zugleich den Vorhang, der einen Raum unterteilt. Ushio Amagatsus Untertitel lautet «Wie im unendlichen Fluss der Energie». Der Kosmos also. Selten sah man einen derart vollkommenen, hellen, leuchtenden Sternenhimmel im Theater. Dafür gab’s Ovationen wie sonst nur in der Oper. Schlicht, menschlich, verwundbar gibt sich die Truppe in diesem Stück. Statt Sankai Jukus mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein schönes Titelfoto auf ballet-tanz 12/09. Aber es ist nicht «Scattered Crowd» in der Messe Frankfurt, sondern in der Pinakothek der Moderne in München in einem wunderbaren, zwei Monate langen Forsythe-Projekt mit verschiedensten Installationen, das Bernhart Schwenk und ich 2006 für die Pinakothek kuratierten. Es hieß «Proliferation and Perfect Disorder». Es...
Voisin heißt er und ist keine zehn Jahre alt. Ganz genau weiß man’s nicht. Niemand an der Elfenbeinküste nennt sein wahres Alter. Voisin heißt auf Deutsch: der Nachbarsjunge. Er wuchs auf wie alle Kinder, die hier in Schwärmen leben. Die vielleicht Fünfjährigen passen auf die Zweijährigen auf. Etwas ältere Kinder bekommen am Spielfeldrand von den Nachbarn eine...
Begründet wurde sie von Frederick Matthias Alexander. Der 1869 geborene australische Schauspieler und Shakespeare-Rezitator litt unter Stimmverlust; nach diversen erfolglosen Behandlungen begann er seine Handlungen und Gewohnheiten systematisch zu beobachten. Dabei entdeckte er grundlegende Zusammenhänge bei der Koordination von Körper und Geist. In der...
