Salia Sanou

Afrikanischer Tanz erobert die Neue Musik Europas.

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Salia Sanou, Sie leben zusammen mit Seydou Boro schon lang als Choreograf und Tänzer in Europa. Nun arbeiten Sie erstmals mit Ars Nova, einem Ensemble für moderne europäische Musik. Ist das nicht ein Kulturschock für den afrikanischen Tanz? Unsere afrikanisch geschulten Ohren sind diese Art von Musik tatsächlich nicht gewöhnt. Wir tanzen hier zu Bratsche, Violine, Querflöte, Piano, Saxofon und der experimentellen Percussion von Jean-Pierre Drouet, der die Musik zu «Un pas de côté» komponiert.

Zugegeben, selbst für eine europäische Kompanie wäre Tanzen zu Ars Nova ungewöhnlich.

In Afrika kommt noch dazu, dass der körperliche Bezug zur Musik besonders wichtig ist. Er hilft uns, unter die Haut der Musik zu dringen.

Sie haben mit den Musikern gemeinsam improvisiert? Die Musiker geben uns Tänzern viel. Es geht etwas Fremdes von ihnen aus, das wir versuchen einzufangen. Umgekehrt erforschen wir, wie der Musiker uns in sein Spiel aufnehmen kann. Wir verändern ihre Interpretation der Musik.Es geht darum, wie sich die Begegnung in der Konfrontation mit der fremden Kultur entwickelt.
Wo liegt der Unterschied zwischen Afrika und Europa? In Europa hat der Musiker seinen zugewiesenen Platz. ...

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Tanz Oktober 2006
Rubrik: Interview, Seite 17
von Thomas Hahn

Vergriffen
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