moZART

Über den bezopften Tonkünstler, der gerade über so viele Bühnen wirbelt, hat Heinz Spoerli in Zürich ein stimmiges, melancholisches Ballett gemacht – das derzeit wohl interessanteste zu Wolfgang Amadeus Mozart.

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Nahezu zehn Jahre soll Mozart in seinem kurzen Leben auf Reisen gewesen sein. Und manchmal, so scheint es, war der sichere Transport von Partituren wichtiger als der Komfort der Reisenden. Wen zu dieser Zeit das Fernweh packte, der ­wusste, dass man ohne durchgeschüttelte Knochen und Achsenbrüche nichts von der Welt zu sehen bekam. Die Dynamik des Reisens, der Wechsel von Aufbruch und Ankommen, Anstrengung und Vergnügen spiegelt sich in Mozarts Musik. Mozart selbst war ein leidenschaftlicher Tänzer.

Und dann ist da noch jene Heimatlosigkeit, die ihn trotz aller musikalischen Abgeklärtheit bis zum Ende seines Lebens begleitet hat. Ihr widmet Heinz Spoerli sein neues Ballett «moZART» und lässt seine Tänzer im Zürcher Opernhaus ein Gebirge aus Koffern auf die Bühne ­schleppen.

Das zarte Moll

Mozart als reiselustiger Bruder von Schuberts ruhelosem Wanderer – das ist seine Sicht auf den in diesem Jahr bis zum Abwinken gefeierten Tonschöpfer und Tausendsassa. Sie wird bei Spoerli von der Musikauswahl hieb- und stichfest untermauert: Mozarts Kammermusik- und Klavierwerke, meist in Moll-Tonarten. Wie oft bei Spoerli wird die Musik live gespielt. Diesmal vom Zürcher Amati Quartett und vom ...

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Tanz Oktober 2006
Rubrik: Premiere, Seite 26
von Martina Wohlthat

Vergriffen
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