Ruhrgebiet
Ein Trampelpfad schlängelt sich zwischen Birken und wildem Grün hindurch, das links und rechts des Weges abfällt, wuchert. Unvermittelt öffnet sich das Dickicht, und zwei Kühltürme ragen ins Himmelsblau – oder vielmehr ihr Skelett. Auf der Zeche Zollverein in Essen liegen Geschichte und Gegenwart nah beieinander, sie ist ein faszinierender Ort permanenter Umwälzungen und Umbrüche, dem sich 200 Jahre Industriegeschichte tief eingeschrieben haben.
Heute ist er ein wichtiger Standort für den Tanz – und das Symbol einer unvollendeten Transformation, eines Wandels von der Industrie- zur Kreativ- und Informationsgesellschaft.
Einst war das Ruhrgebiet das größte Industriegebiet Europas. In den Jahren 1989 bis 1999 gab die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park Impulse dafür, wie es mit der Region weitergehen sollte nach dem Abzug der Schwerindustrie: Kultur sollte einziehen, wo einst Zechen waren. Ein Prozess, der einige Blüten trieb und die Region stark veränderte, der jedoch nicht die aus dem Strukturwandel resultierenden Risse und Brüche verdecken kann. Auch die Tanzszene ist von diesem Wandel geprägt, für sie bietet er Möglichkeiten und türmt zugleich Hindernisse auf: Es ...
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Die Gesellschaft für Tanzforschung ist dreißig Jahre alt. Ihre schönste Aktivität: das Ausrichten von Symposien. «Sound, Traces und Moves» hieß es zuletzt am Orff-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik am Mozarteum in Salzburg. Tänzer machen Töne. Körper erzeugen Geräusche. Der Körper des Tänzers ist ein Instrument. Zweitschönste Tätigkeit der ehrenwerten...
Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer...
Fürsorge
Kohlenmonoxid riecht nicht. Und Alexander Pepelyaev, ein Grande des zeitgenössischen Tanzes in Moskau, hat ganz sicher nie am Bolschoi choreografiert. Solche Fehler sind Nebensache, denn dieser Roman will vor allem provozieren: Eine 35-jährige Exballerina, die in Berlin an der Staatlichen Ballettschule unterrichtet, hat seitenweise Sex mit ihrem 16-jährigen...
