Artus mit John Cranko, 1970. Foto: Hannes Kilian
Hundeherz
Choreografen sind auch nur Menschen, und als solche kommen viele auf den Hund, manche auf eine Katze. Warum das so ist, warum man welches Tier erwählt, wird sicher eines Tages Forschungsgegenstand der Tanzwissenschaft. Vielleicht will man ja dann wissen, ob das denn so stimmt, was ein George Balanchine immer wieder von seiner Mourka behauptet hat: «Die Katze hat einen Körper, für den zu choreografieren sich lohnt.» Schenkt man seiner zeitweiligen Gattin Tanaquil LeClercq Glauben, hat Mr. B. es nicht bei der Verlautbarung belassen.
So wird kolportiert, dass Mourka auf Bitten Igor Strawinskys bei einer Weihnachtsparty in New York ihr Können unter Beweis gestellt hat. LeClercq spricht gar von brillanten Jetés und Tours en l’air. Nachzulesen in ihrem Buch «Mourka: the Autobiography of a Cat».
Die wenigsten Choreografen sehen ihre tierische Beziehung allerdings unter beruflichen Aspekten. Vielleicht noch Itzik Galili, der in seinem früheren Leben einmal Hundefriseur gewesen ist. Sidi Larbi Cherkaoui jedenfalls rühmt an seinen russischen Blaukatzen menschliche Eigenschaften. Er spricht von Empathie, Energie, Unabhängigkeit, Zartheit, Intelligenz und Schönheit. «Mich inspiriert die ...
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