Ching-Yu Chi, Darwin José Díaz Carrero, Armelle van Eecloo

Trier: Hieronymus und der Meister sind auch da

Trier: Susanne Linke «Hieronymus und der Meister sind auch da»

Tanz - Logo

Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer ersten starken Szene hat Héloïse Fournier ihren goldenen Rock wie einen Fächer ausgebreitet, den frei schwebenden Kopf unter einer schwarz-silbernen Catchermaske verborgen: ein Tod, der weitere Ungeheuer gebiert.

Unter seinem Kleid kriechen die ersten zähnefletschend hervor: Darwin José Díaz Carrero und Victor Alfonso Zapata Cardenas. 

Die zwei gehören einem Ensemble einzigartiger Bühnenpersönlichkeiten an, das sich vorerst ein letztes Mal in einem Stück von Susanne Linke mosaikartig zusammenfindet. «Hieronymus und der Meister sind auch da» nennt sie die Produktion, mit der sie sich vom Theater Trier verabschiedet. Auf die beiden Künstler anspielend, die das Werk in ihrer Gegensätzlichkeit inspiriert haben, kopiert sie indes weder den Kosmos Hieronymus Boschs, noch zitiert sie aus dem unvollendeten Roman «Der Meister ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2018
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Le Havre - On Tour

Klare Ansage von Romeo Castellucci zur Uraufführung in Antwerpen: «‹Democracy in America› ist kein politisches Stück», hat der Theatermacher da in einer Programm-Notiz geschrieben. Aber unpolitisch? Ist es erst recht nicht! Castelluccis Ausgangspunkt war der zweibändige Essay «De la démocratie en Amérique» von Alexis de Tocqueville: eine politologische Feldstudie...

Autobiografie: David Hallberg

Eine schwere Verletzung ist für Tänzer ein einschneidendes Erlebnis, umso mehr, wenn sich Operationen und Genesung über zwei Jahre hinziehen. David Hallberg, Erster Solist beim American Ballet Theatre, verarbeitet sein Trauma in einer gut geschriebenen Autobiografie, spannt darin den Bogen von seinen ersten Stepptanzschritten in der heimischen Waschküche hin zur...

Beruf und Berufung - Wieso Tänzer werden?

Warum wollen Kinder Ballettstars werden? Wollen sie es überhaupt? Sind es nicht vielmehr die Erwartungen der Eltern, die sie in den Mahlstrom der Institution werfen, die sowohl Kinderseelen als auch adoleszente Körper einer gnadenlosen Auslese unterwirft? Der Soziologe Joël Laillier, der an der Universität Toulouse III – Paul Sabatier forscht, will mit seiner...