Rückkehr auf Raten

Wie es sich anfühlt, nach Wochen im Hausarrest wieder an der Stange zu stehen, berichtet Laurretta Summerscales

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Ende März wurde das Bayerische Staatsballett komplett dicht gemacht – keiner durfte mehr rein, keiner durfte mehr raus. Sicherlich war der Lockdown für alle Menschen eine Belastungsprobe – für uns aber war er extrem schwierig. Wir mussten uns, ohne die Hilfe unseres gewohnten Equipments und der notwendigen Räumlichkeiten, nicht nur körperlich fit halten, sondern auch mental. Wir Balletttänzerinnen und -tänzer trainieren seit dem neunten Lebensjahr – einige von uns haben sogar schon mit drei angefangen.

Die Erfahrung, das, wofür man lebt und brennt, plötzlich nicht mehr tun zu können, war bitter. Die Motivation aufrechtzuerhalten, manchmal fast unmöglich. Trotzdem haben wir durchgehalten und sehen nun allmählich wieder Licht am Ende des Tunnels.

 

Am 22. Mai bat man uns, in kleinen Gruppen zu einem Briefing im Theater zu erscheinen, um uns mit den neuen Hygienemaßnahmen, Sicherheitsbestimmungen und Verhaltensregeln vertraut zu machen. Am Dienstag, dem 26. Mai schließlich – wir waren seit zwei Monaten nicht mehr im Studio gewesen! – erhielten wir eine Mail mit der Mitteilung, dass wir das Training mit der Kompanie wieder aufnehmen durften. Ich war extrem aufgeregt, sehnte den ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Corona-Krise, Seite 8
von Laurretta Summerscales

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