Royston Maldoom

Royston Maldoom fordert Disziplin. Jacalyn Carley über die umstrittenen Thesen des berühmten britischen Tanzpädagogen. Ein Vorabdruck

Das Wort «Disziplin» löst gemeinhin keine Euphorie aus. Statt an so bedeutende Persönlichkeiten wie Gandhi, Martin Luther King und Nel­son Mandela denken wir dabei eher an autoritär auftretende Paragrafenreiter, die Regeln dazu nutzen, aufsässige Schüler zu bändigen, Mitmenschen zu bestrafen und auszugrenzen, Ordnung um der Ordnung willen durchzusetzen oder gar die Massen zu manipulieren. Sowohl auf der zwischenmenschlichen als auch auf der politischen und militärischen Ebene gibt es genügend Negativbeispiele.

So schrecken viele Eltern, Sozialarbeiter und Lehrer davor zurück, Disziplin auszuüben, sei es nun aus Angst vor Konflikten, aus historischen Gründen oder weil sie es ablehnen, Hierarchien aufzubauen. Wenn die Fälle von Missbrauch die positiven Vorbilder verdrängen, geraten die persönlichkeitsstärkenden Aspekte sinnvoller Disziplin aus dem Blick.

Könnte es sein, dass wir diesem «D»-Wort gegenüber einfach zu viele Vorurteile angesammelt haben? Man muss nur einmal beobachten, wie und warum Disziplin zum Einsatz kommt. Wenn wir die tragende Rolle, die Disziplin im Alltag spielt, ganz unvoreingenommen anerkennen, lassen sich einige Unklarheiten ausräumen. Sobald wir nicht mehr ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Jacalyn Carley

Vergriffen
Weitere Beiträge
Itzik Galili: «Different Stories»

Mit flügelartig ausgebreiteten Armen springen die Tänzer hoch ins Licht. Geblendete Falter, gefangene Freiheitssucher, eingeschnürt in gefältelte Korsette wie fahle Zwangsjacken. Itzik Galili erzählt als Gastchoreograf des Balletts Kiel seine «Different Stories» vornehmlich im Dunkeln. Weiße Scheinwerferstrahlen von schräg oben oder von der Seite, ausgeklügelt...

Rasta Thomas

In diesem Zustand kann sich der 28-Jährige leicht in Rage hineinsteigern, gerade wenn es um sein Lieblingsthema geht: den Hochmut der Ballettwelt und die, wie er findet, falsche Trennung zwischen E- und U-Tanz, zwischen hoher Kunst und vermeintlich trivialem Pop. «Tanz sind doch nicht nur die 200 Bewegungen, die man in einer klassischen Ausbildung lernt», sagt er,...

Weltstädtische Kultur

Kulinarisch kommt man zumindest nach der Vorstellung auf seine Kosten. «Knabbern Sie zu zweit an einem!», heißt es da auf einem Schild, und alle greifen nach den doppelköpfigen Plätzchen. Das Gebäck ist mit viel Liebe zubereitet. Noch kurz vor Vorstellungsbeginn knetet Dance Company Theater Osnabrück Nanine Linning, wie sich das Nachfolge-­Ensemble von Marco Santi...