Royston Maldoom
Das Wort «Disziplin» löst gemeinhin keine Euphorie aus. Statt an so bedeutende Persönlichkeiten wie Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela denken wir dabei eher an autoritär auftretende Paragrafenreiter, die Regeln dazu nutzen, aufsässige Schüler zu bändigen, Mitmenschen zu bestrafen und auszugrenzen, Ordnung um der Ordnung willen durchzusetzen oder gar die Massen zu manipulieren. Sowohl auf der zwischenmenschlichen als auch auf der politischen und militärischen Ebene gibt es genügend Negativbeispiele.
So schrecken viele Eltern, Sozialarbeiter und Lehrer davor zurück, Disziplin auszuüben, sei es nun aus Angst vor Konflikten, aus historischen Gründen oder weil sie es ablehnen, Hierarchien aufzubauen. Wenn die Fälle von Missbrauch die positiven Vorbilder verdrängen, geraten die persönlichkeitsstärkenden Aspekte sinnvoller Disziplin aus dem Blick.
Könnte es sein, dass wir diesem «D»-Wort gegenüber einfach zu viele Vorurteile angesammelt haben? Man muss nur einmal beobachten, wie und warum Disziplin zum Einsatz kommt. Wenn wir die tragende Rolle, die Disziplin im Alltag spielt, ganz unvoreingenommen anerkennen, lassen sich einige Unklarheiten ausräumen. Sobald wir nicht mehr ...
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Alexei Ratmansky erfüllt sich einen lang gehegten Wunsch: Er choreografiert «Don Quichote». Der frühere künstlerische Direktor des Bolschoi-Balletts, seit einem Jahr «artist in residence» beim American Ballet Theatre, will in seiner Produktion für das Niederländische Nationalballett zu den Ursprüngen zurück, zu Marius Petipas erster, bodenständiger Inszenierung,...
So könnte auch eine Aufführung der Prager Laterna Magica anfangen. Ein gealterter Clown Ferdinand mit der Geige tritt vor den roten Samtvorhang eines verschlissenen Cabarets und kratzt ein paar Töne. Nur handelt es sich hier im Ständetheater um die Uraufführung eines Faust-Balletts.
Der Clown ist Faust. Per Vertrag mit dem alerten Direktor dieses kleinen...
Ausgebuht wurde er in seiner Spielstätte, dem Bockenheimer Depot in Frankfurt, für sein verbales Konzert «Theatrical Arsenal II». Als er selbst ans Mikrofon trat und dem Publikum erklärte, dass er «Sprache choreografiert», war es zufrieden, denn es hatte den charismatischen Meister in Persona erlebt, der zum Jahreswechsel sechzig Jahre alt wurde und nun 1,4...
