Motion bank
Ausgebuht wurde er in seiner Spielstätte, dem Bockenheimer Depot in Frankfurt, für sein verbales Konzert «Theatrical Arsenal II». Als er selbst ans Mikrofon trat und dem Publikum erklärte, dass er «Sprache choreografiert», war es zufrieden, denn es hatte den charismatischen Meister in Persona erlebt, der zum Jahreswechsel sechzig Jahre alt wurde und nun 1,4 Millionen Euro von der Kulturstiftung des Bundes für seine digitale Tanzbibliothek «Motion Bank» erhalten hat.
Im Gegenzug will er darauf verzichten, sein gewaltiges choreografisches Werk den eigenen Angehörigen zu vererben – aus Rücksicht. Wie er der «Frankfurter Rundschau» mitteilte, würde sein Werk in Deutschland für die Erbschaftssteuer pauschal taxiert, die seine Nachkommen ruinieren würde.
Darum droht er mit einem Aufführungsverbot nach seinem Tod, das er ähnlich wie Merce Cunningham testamentarisch festsetzen will – anstatt seine Forsythe Foundation in New York zu bedenken. Ihr erklärtes Ziel ist es doch, seine Choreografien zugänglich und lehrbar zu machen. Sie dürfte auch die Adresse des Geldes sein, um sein Werk in digitale Partituren zu übersetzen. Auch will er je ein Stück von Anne Teresa De Keersmaeker, Deborah Hay ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Deutschland
Augsburg
Theater
Gaetano Posterino choreografiert eine «Strawinsky-Trilogie»: «Pulcinella», «Les noces« und «Die Geschichte vom Soldaten». Komödie, 6. Febr.
Berlin
ada
«Corporeal Correspondence 2» und «Anything is Permitted to Us», Duette von Andrew Wass und Kelly Dalrymple-Wass. 13. Febr.
Dock 11
«Water in my solo» von Caroline Bo, die in ihrem Tanzstück...
Vor 40 Jahren, 1969, eröffnete Robin Howard eine Scheune für den Tanz, The Place in London. Heute zählt sie zu einer der Geburtsstätten des zeitgenös-sischen Tanzes und betreibt seit 20 Jahren auch ein Forum für Neuent-deckungen. Noch bis zum 20. Februar findet hier eine Tanzplattform der Superlative statt, «Resolution! 2010». Nahezu jeden Tag werden hier drei...
Ai Weiwei, sein erstes Ballett
So sorry. Tschuldigung. Diese kostbare Vase aus der chinesischen Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) hat er einfach fallen lassen: Ai Weiwei. Auch nimmt der chinesische Baumeister gern Möbel aus der Ming-Zeit (1368–1644) auseinander und fügt sie zu völlig neuen Kunstgebilden zusammen. Im Moment hängt gerade der Himmel über dem...
