Rotterdam, Den Haag: Goecke, León, Lightfoot, Shechter «Saisonnier»

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Die Zeit der großen Wartesäle ist vorbei. Zweckentfremdet, befriedigen sie inzwischen andere Bedürfnisse. Im Basler Bahnhof SBB beispielsweise ist heute im Wartesaal eine Brasserie zu Hause. Die Leere und Langeweile, die hier einst geherrscht haben müssen, lassen sie nicht mehr spüren. Da muss man sich schon eine Vorstellung des Nederlands Dans Theater anschauen, um wie früher zwischen zwei Zügen seinen Gedanken nachzuhängen oder seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Sol León und Paul Lightfoot machen’s möglich.

Für «Singulière Odyssée» haben die beiden NDT-Hauschoreografen den Basler Wartesaal bis aufs Detail nachbauen lassen, mit seiner halbhohen Holztäfelung, der überlangen Bankreihe zur Linken, den verblichenen Wandgemälden, der typischen Bahnhofsuhr ... Und sie haben ihn auf eine ganz eigene Art gefüllt: mit Tänzern, die der Wind stoßweise hereinwirbelt, mit Bewegungen, die immer wieder zu erstarren drohen, mit Bildern, die einen Verlust ahnen lassen, mit Abschiedsszenen, die oft etwas albtraumhaft Surreales haben.

Es ist ein schönes, überaus fragiles Stück Poesie, dabei stimmig ausgearbeitet, voller Virtuosität und wie geschaffen für ein so herbstliches Programm wie ...

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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Kritik, Seite 48
von Hartmut Regitz

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