rotterdam: davis freeman «expanding energy»
Am Ende sollen wir etwas versprechen. Dass wir uns einen Monat lang täglich nur eine Minute kurz duschen. Oder das Auto in der Garage lassen. Oder dass wir einen Baum pflanzen. Denn es gilt, etwas gutzumachen: Die vierteilige Performance «Expanding Energy» von Davis Freeman verbraucht einiges an Energie und damit CO2. Das muss wieder ausgeglichen werden. Das Salzburger Publikum der Uraufführung beim Festival «Sommerszene» verspricht begeistert, und schließlich steht ein mehrfacher positiver Überschuss da. Das ist sehr schön.
Vier Teile hat Freemans jüngster Streich: «Defining Energy», «Securing Energy», «Consuming Energy» und «Expanding Energy» – mit einem Gesamt-umfang von sechs Stunden. Den Anfang macht Freeman zusammen mit der Britin Wendy Houstoun. Ein Paar führt vor, was Energie ist. Auf Brüssels und Salzburgs Straßen wurden Passanten dazu befragt. Im Video sagen sie: «Energie, eine technische und persönliche Kraft.» Oder: »Ein Konzept des 19. Jahrhunderts.» Oder schlicht: «Sex!» Im Scheinwerferlicht rotieren dann auf der Bühne ein schwerer Metallring, ein Holzreifen und Wendy Houstoun. Auf einem Screen wirbelt eine Zahl. Bisher wurden an diesem Tag weltweit 265.897.586 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 73
von Hemut Ploebst
Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war...
Fast klingt es wie die Geschichte einer Obsession: die Suche nach Symmetrie. Bei ihm begann sie vor fünf Jahren inmitten des üblichen Trubels um physische Verausgabung in Luftnummern und am Boden sinnlicher Tatsachen. Keine Berührungsangst vor dem Unbekannten, keine Furcht vor Entblößung sollte die Sicht versperren. Jess Curtis nummeriert seine Studien bis «#22»,...
Susanne Linke sucht in «Kaikou» den schmalen Grat zwischen Trieb und Zivilisation. Noé Souliers Bühne zu «Ideography» teilt sich der Tanz mit der Philosophie. Kann man Bewegung denken? Klassiker – wie zur Eröffnung Lucinda Childs’ «Dance» – sind ebenso dabei wie gerade erst entstandene Stücke – Emanuel Gats «Brilliant Corners» (siehe S. 8) und Meg Stuarts «Violet»...
