Robert Mayer gestorben
«Er war seiner Zeit voraus», sagt Stuttgarts Choreologin Georgette Tsinguirides. Ein «strebsamer Ballettchef im Bereich des deutschen Theaters», urteilt der Kritiker Otto-Erich Schilling. Kein Routinier, dessen Namen man längst vergessen hat, sondern ein «unglaublich maskuliner Tänzer und fähiger, fortschrittlicher Choreograf». Meint die Stuttgarter Ballettfotografin Gundel Kilian, die ihn vor, auf und hinter der Bühne als Tänzer erlebte.
Schüler der Madame Egerova und der Mariinsky-Ballerina Eduardova, ging Robert Mayer 1937 nach seinem Debüt in Karlsruhe und einer Zwischenstation in Wiesbaden als «klassischer» Tänzer an die Dresdner Semperoper.
Er nutzte die Chance der Moderne, nahm bei Mary Wigman Privatunterricht und avancierte zeitweilig zu ihrem pädagogischen Mitstreiter. Von Gustaf Gründgens als «jugendlicher Held des Tanzes» gerühmt, trat er in dessen Film «Friedemann Bach» als Nicolini auf.
Eine «zweite» Karriere führte Mayer nach Kriegsende über Düsseldorf und Krefeld 1950 nach Stuttgart, wo er sich in den sieben Jahren seiner Amtszeit als einer der Ersten wieder auf «Giselle» besann und sich auch für die musikalische Moderne stark machte. Er choreografierte Strawinskys ...
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