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Deborah Colker: «Nó» in Wolfsburg

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Deborah Colker schwor sich in Rio, ein Bondage-Ballett zu inszenieren. «Nó» sollte es heißen, brasilianisch für Knoten. Dieselbe Musik, anders abgemischt, aus der sich schon «Ela» vor zwei Jahren an der Komischen Oper Berlin nährte. Unter einem dürren Baumstamm. Nun ist der Baum mächtig gewachsen. 120 Schnüre hängen wie ­Lianen. Aus der Verführszene von einst, Adam und Eva, wird beim Festival Movimentos in der Autostadt Wolfsburg ein Dominastudio für die ganze Familie.


Das penetrationslose Einwickeln einer Frau oder eines Manns, Bondage genannt oder Shibaru, ist klassisches japanisches Kunsthandwerk wie das des Papierfaltens, Origami, oder des Blumensteckens, Ikebana. Hierzulande gilt Bondage eher als die  Fortsetzung der Cow­boy- und Indianerspiele der Kinder, als ein pubertäres Trauma. Japaner sind da anders. Ihr Trauma, wenn es denn eins ist, will Kunst sein. Die oder der Gefesselte tanzt allein durch das Lösen oder Ziehen von Stricken und Knoten. Die kunstvoll Vertäute rotiert wie eine Aufziehpuppe. Kippt um die eigene Achse mit hilfloser Grazie.
Bei Colker ist die schöne Frau kein Opfer. Nicht wehrlos. Tatkräftig hilft sie mit beim Kletterspiel im Seil. Colker deutet zwar an, ...

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Tanz Juni 2005
Rubrik: On Stage, Seite 42
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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