richard siegal
Wenn man meint, dass Richard Siegal sich in eine Richtung bewegt, dann ist er mit dem nächsten Stück schon wieder woanders. Er probiert die Dehnbarkeit und die Sinnhaftigkeit technischer Spielereien im Kontext eines Bühnenwerkes aus. Er setzt sich mit der Bedeutung des Tanzerbes auseinander. Er baut auf die Kraft der Crowd. Er tanzt solo, er bringt die Masse in Schwung. Er gesteht der Musik Eigen- und Widerständigkeit zu. Er nimmt sich selbst alle Freiheiten. Und vor allem: Er denkt, ehe er in den Tanzsaal geht.
Vor Jahren mit der nicht unbedeutenden Last angetreten, aus William Forsythes Schmiede zu kommen, zeigt er keine Angst vor einem möglichen Vergleich mit dem Großmeister. Eine furiose, spitzenschnelle Choreografie wie das in dieser Saison für das Bayerische Staatsballett entstandene «Unitxt» offenbart Siegals Lehrjahre bei Forsythe, belegt andererseits seine lässige Selbstgewissheit. Diese Choreografie ist eine Herausforderung an die Tänzer und das Publikum, sie stürmt auf und über die Bühne. Aber Richard Siegal entschuldigt sich nicht, entschuldigt sich nie dafür, dass er Tänzer und Publikum herausfordert.
Während man gerade in diesen Zeiten knapper Kassen das Gefühl hat, ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 168
von Sylvia Staude
Mitsutake Kasai hat einen berühmten Vater: den legendären Butoh-Tänzer und Choreografen Akira Kasai, der ab 1972 mehrere Jahre in Deutschland lebte und später den Sohn die Kunst des Butoh lehrte. Zeitgenössischen Tanz studierte er bei Kota Yamazaki, der oft in den Stücken seines Vaters tanzte. Nach weiterführenden Studien in New York begann Mitsutake Kasai, eigene...
Antony Rizzi ließ in seinem jüngsten Stück fürs Gärtnerplatztheater einen Tänzer sagen: «Ich danke Bill Forsythe, bevor er vergessen wird.» Es ist die bündigste Formel, auf die sich die logische Konsequenz aus den lakonischen Meldungen der vergangenen Monate um den Choreografen William Forsythe bringen lässt – im schlimmsten Fall. Am 31. Dezember 2013, einen Tag...
Gerade erst hat ihn die Londoner Kritik für seinen Auftritt in Lar Lubovitchs «Concerto Six Twenty Two» gefeiert: Matthew Koon, ausgebildet an der Centre Pointe Dance School in Manchester, dann Mitglied der Northern Ballet Academy und schließlich der English National Ballet School. Schon als Kind hat er seinen Körper und künstlerischen Ausdruck auf vielfältige...
