Revolte
«Ich habe oft davon gesprochen, dass in meinem Körper eine ältere Schwester von mir lebt. Wenn ich aufzustehen versuche, hockt sie sich hin. Wenn ich hocke, dann steht sie. Wenn ich mich mit meinem Tanz beschäftige, isst sie die Finsternis in meinem Körper auf. Wenn sie hinfällt, bedeutet das viel mehr, als dass ich einfach stünde. Sie ist meine Lehrerin geworden. Ja, die Toten sind meine Lehrer. Man muss die Toten achten und schätzen. Früher oder später werden auch wir gerufen. Wir müssen die Toten in unsere Nähe holen und mit ihnen zusammenleben.
Heutzutage wird nur das Licht geschätzt. Aber wem verdankt das Licht sein Dasein? Dem Rücken der Finsternis, denn er trägt das Licht.» Diese Sätze fielen im Rahmen eines Vortrags von Tatsumi Hijikata am 9. Februar 1985, nur wenige Monate vor seinem Tod. Der japanische Originaltitel lautet, ins Deutsche übersetzt: «Das Sammeln geschwächter Körper», zitiert nach Michael Haerdters und Sumie Kawais Sammelband «Die Rebellion des Körpers. Butoh. Ein Tanz aus Japan» (1986/1998). Der im ländlichen Norden Japans 1928 geborene Tatsumi Hijikata ist eine der einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten der japanischen Avantgarde und gemeinsam mit ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Balance, Seite 106
von Johannes Odenthal
«Global Hallyu» lautet das Halleluja des südkoreanischen Kulturexports. Im Land von Kimchi und K-Pop braucht man einfach nur das Signature-K vor was auch immer zu hängen, und schon wird man weltweit von jugendlichen Menschenmengen überrannt: K-Drama, K-Food, K-Actors, K-Books, K-Fashion, K-Beauty … Und nun kommt auch noch K-Defense, entweder als Martial Arts (wie...
Der professionelle Tanz im Vereinigten Königreich bezieht seine finanzielle Förderung aus einem Mix von staatlichen Subventionen (für die glücklichen Auserwählten), privaten Zuwendungen (für die noch Glücklicheren) und Einnahmen aus Ticketverkäufen (für diejenigen, die das Glück haben, auftreten zu können). Investitionen in die Künste werden dezentral über...
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. 1977 lässt sich Reinhild Hoffmann zum ersten Mal auf einem Sofa nieder und kommt nicht mehr wirklich von ihm los. Wer an die Tänzerin und Choreografin denkt, wird sich sofort an ihr «Solo mit Sofa» erinnern. Angetan ist sie mit einem überaus eleganten Abendkleid, dessen Schleppe mit dem Möbel – Objekt ihrer Begierde – auf...
