Abschied und Aufbruch
Als ich im November 2018 meine Arbeit als Intendantin in Wuppertal aufnahm, waren bereits drei Intendanzen nach Pina Bauschs Tod 2009 zu Ende gegangen. Eine davon gab bald auf, eine endete nach kurzer Zeit nicht freiwillig. Pina Bauschs künstlerisches Erbe, das einen Meilenstein in der Tanzgeschichte weltweit markiert, war national und international dennoch kontinuierlich präsent. Das weltweite Interesse an Gastspielen blieb stabil, zeitweise gebremst nur durch Corona.
Das Ensemble bestand noch zu 60 Prozent aus Menschen, die mit Pina gearbeitet hatten, manche fast ihr gesamtes künstlerisches Leben lang. Die Presse sprach zunehmend von einem «Museum».
Meine Aufgabe war, das Erbe lebendig zu erhalten, mit Betonung auf «lebendig». Ein Erbe, dessen unangefochtene Qualität durch die Selbstentäußerung und absolute Hingabe von Tänzer*innen an die Choreografin entstanden ist, durch jahrzehntelanges absolutes Vertrauen in ihre Person und ihre Kunst. Ich wollte nichts Geringeres, als in Abstimmung mit der Pina Bausch Foundation die wichtigsten Stücke benennen, dem in einem Generationenwechsel begriffenen Ensemble neue Darsteller*innen gewinnen, eine mutigere Besetzungspraxis einführen. Ich ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Tanzerbe, Seite 134
von Bettina Wagner-Bergelt
Pina Bausch hat einmal sehr emotional beschrieben, worin das Wesen des Tanzes besteht, als sie in ihrer Rede zur Verleihung des Kyoto-Preises 2007 über die Arbeit auf der Bühne und die Möglichkeiten künstlerischer Annäherungen an große, letzte Fragen sprach: «Es ist so, als bekämen wir dadurch ein Wissen zurück, das wir zwar immer schon haben, das uns aber gar...
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