Reut Shemesh «Esther»

München

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Brit Rodemund macht es einem leicht. Die Tänzerin trägt ein FDJ-Hemd, ihre Bewegungen sind zackig, militärisch, klar: Es geht in Reut Shemeshs Stück «Esther» um Uniformität, und es geht darum, wie der Körper durch seine Kleidung in ein uniformes Bewegungsmuster gepresst wird. Komplizierter wird es bei den folgenden Auftritten: Juliana Oliveira im Büßergewand, Enis Turan im Anzug, Mihyun Ko in Schuluniform und Kelvin Kilonzo im Sportdress. Es sind mal mehr, mal weniger alltägliche Kostüme, die Marie Siekmann da entworfen hat, aber es hilft nichts, immer ist es normierte Kleidung.

Da kann Ko noch so ironisch Cosplay-Posen mimen, da kann Turan noch so ölig ins Publikum flirten, es bleiben Uniformen. Uniformen, die dazu genutzt werden, Jugendliche zu manipulieren.

«Esther» basiert einerseits auf Shemeshs Erfahrungen mit dem israelischen Militär, andererseits auf ihrer Jugend als Turnerin, die eingespielten Fotos zeigen aber auch Kinder im Sonntagsdress oder rheinische Funkenmariechen. Immer wieder manifestieren sich die Normierung und die Zwänge, die solche Uniformierungen mit sich bringen, in Ausbrüchen: in markerschütternden Schreien Oliveiras, in Kleidungsstücken, die wütend auf ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Falk Schreiber

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