Resisti
Als Terroristen Menschen beim Tanzen in Re’im ermordeten, gastierte Adi Boutrous in Potsdam. «Wir verstanden nicht, was da zuhause passiert», erzählt der Israeli, arabischer Christ, später. Sie tanzten dennoch. Es folgte eine Schweigeminute. Zu viel Schweigen mancherorts. Gastspiele israelischer Kompanien wurden abgesagt. Ein Grund: Theater können nicht für Sicherheit sorgen. Bei Batsheva reisten schon immer zwei Security-Leute mit, erklärt ein Touring-Experte. Schlimm.
Aus Israel ließ das Tanzhaus Machol Shalem wissen: Die «Internationale Tanzwoche» finde wie geplant Anfang Dezember statt, es sei wichtig, Aktivitäten wie gewohnt fortzusetzen – «resist». Tage später die Absage. Die «International Exposure» in Tel Aviv schaltete sich ins Digitale, stellte Videos online. Die Choreografen und Choreografinnen sprachen in Zoom kurz über sich und ihre Werke. Zum Beispiel die Choreografin Yasmeen Godder: «Israel trägt so viel Trauma mit sich herum», sagt sie und unterstreicht die «Anspannung». Einige Kollegen charakterisieren das Leben vor Ort mit Begriffen wie «intensity», «ständige Turbulenz». Amir Kolben: «In Israel zu leben und Israeli zu sein, ist schwierig. Ich liebe es.» Im Exil ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Menschen, Seite 25
von Melanie Suchy
Deutschland
On tour
«Shadowland!», magische Bildwelten zeigt das Pilobolus Dance Theatre: Bremen, Metropol Theater, 4. Jan.; Hamburg, Kampnagel, 5.–14. Jan.; Frankfurt, Alte Oper, 16. Jan.; Baden-Baden, Festspielhaus, 17., 18. Jan.; Dresden, Kulturpalast, 20., 21. Jan.; Stuttgart, Theaterhaus, 23.–28. Jan. www.bb-promotion.com
Augsburg Theater Premiere...
Statt seiner schönsten Kunst, dem klassischen Ballett, zeigt uns Russland gerade ein unsagbares Trauerspiel: die Rückabwicklung einer kaum dreißig Jahre währenden künstlerischen Freiheit in die totale Abhängigkeit von einem Diktator. Alles, was seit Glasnost erreicht wurde, kassiert Vladimir Putin derzeit wieder ein. Am 1. Dezember ernannte er seinen guten Freund...
Sahar Dehghan, Sie sind in Teheran zur Welt gekommen und leben heute in Frankreich, wo sie mit Sufi-Tänzen an Demonstrationen für die Rechte der Frauen im Iran teilnehmen. Inzwischen sind Sie hier so bekannt, dass Bartabas auf Sie aufmerksam wurde und Ihnen anbot, in seinem neuen Stück «Cabaret de l’Exil – Femmes Persanes» als Solistin aufzutreten. Wie kamen Sie...
