Resisti
Als Terroristen Menschen beim Tanzen in Re’im ermordeten, gastierte Adi Boutrous in Potsdam. «Wir verstanden nicht, was da zuhause passiert», erzählt der Israeli, arabischer Christ, später. Sie tanzten dennoch. Es folgte eine Schweigeminute. Zu viel Schweigen mancherorts. Gastspiele israelischer Kompanien wurden abgesagt. Ein Grund: Theater können nicht für Sicherheit sorgen. Bei Batsheva reisten schon immer zwei Security-Leute mit, erklärt ein Touring-Experte. Schlimm.
Aus Israel ließ das Tanzhaus Machol Shalem wissen: Die «Internationale Tanzwoche» finde wie geplant Anfang Dezember statt, es sei wichtig, Aktivitäten wie gewohnt fortzusetzen – «resist». Tage später die Absage. Die «International Exposure» in Tel Aviv schaltete sich ins Digitale, stellte Videos online. Die Choreografen und Choreografinnen sprachen in Zoom kurz über sich und ihre Werke. Zum Beispiel die Choreografin Yasmeen Godder: «Israel trägt so viel Trauma mit sich herum», sagt sie und unterstreicht die «Anspannung». Einige Kollegen charakterisieren das Leben vor Ort mit Begriffen wie «intensity», «ständige Turbulenz». Amir Kolben: «In Israel zu leben und Israeli zu sein, ist schwierig. Ich liebe es.» Im Exil ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Menschen, Seite 25
von Melanie Suchy
Eine Hotellobby. Links hat Bühnenbildner Till Kuhnert eine Drehtür platziert, die immer wieder neue Gäste in den Raum schaufelt, rechts eine wuchtige Rezeption, hinter der glitzernde Zimmerschlüssel hübsche Lichteffekte zaubern, zentral einen langen Flur, der zu den Fahrstühlen führt, und der mittels verschobener Perspektiven eine deutlich höhere Raumtiefe...
Sahar Dehghan, Sie sind in Teheran zur Welt gekommen und leben heute in Frankreich, wo sie mit Sufi-Tänzen an Demonstrationen für die Rechte der Frauen im Iran teilnehmen. Inzwischen sind Sie hier so bekannt, dass Bartabas auf Sie aufmerksam wurde und Ihnen anbot, in seinem neuen Stück «Cabaret de l’Exil – Femmes Persanes» als Solistin aufzutreten. Wie kamen Sie...
München
Karl Alfred Schreiner «Peer Gynt»
Das Portal wird vom bayerischen Wappen bekrönt, und wirklich: Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ist ein bajuwarisches Juwel, nicht so goldrotbrokatprotzig dimensioniert wie die große Opern-Schwester am Max-Joseph-Platz und deshalb auch immer ein wenig in ihrem Windschatten. Ohne Not, denn der neue «Peer Gynt», den...
