Ralf Dörnen: «Macbeth»
Die Hexen haben das letzte Wort, und auch am Anfang lassen sie von sich hören. Bevor sie überhaupt zu sehen sind, erfüllt ihr Gestöhn schon den Raum, von Klaus Hellenstein stimmig ausgestaltet. Und selbst wenn sich Macbeth und seine Lady die Hände «schmutzig» machen, sind Ilja van den Bosch, Anna Panjwani und Ayako Nomura präsent: drei Zombies mit blutroten Zöpfchen, die entweder Aasgeiern gleich auf einem umgestürzten Baumstamm sitzen oder grotesk auf Spitze über die Bühne geistern.
Ralf Dörnen hat, von Stefan Ulrich dramaturgisch beraten, am Theater Vorpommern in Greifswald/Stralsund das Drama «frei» nach Shakespeare auf die Hexen abgestellt. Sie sind es, die Macbeth ihre Gestik aufzwingen. Sie treiben ihn in den Wahnsinn: Sich selbst entfremdend, weiß Macbeth am Ende nicht mehr, was seine Rechte tut – eine der stärksten Szenen eines auch musikalisch überaus kontrastreichen Abends. Aller Zerrissenheit trotzend «verkörpert» Alexander Novikov kraftvoll den Mad King. Und Bérengère Brulebois als Lady entfaltet sich, ganz ergebene Form im höfischen Tanz, auch in den spielerischen Szenen erschütternd: Beweis dafür, dass selbst am Rand der Welt noch Arbeiten möglich sind, die dem ...
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