Quartett mit Stange
Der Satz liest sich wie ein Epitaph auf eine aussterbende Spezies: «Allen Tänzern gewidmet, die sich irgendwie bei der Stange halten», heißt es da. Was damit gemeint ist, lässt sich unschwer erraten. Ziemlich bald wird der, der dieses Stück erfand und die Widmung dazu formulierte, den Ton abschalten und von der geteilten Bildfläche verschwinden, um sich zwischendrin immer mal wieder erklärend einzuschalten: der Choreograf William Forsythe.
Aber erst einmal beginnt das eigentliche Stück, «The Barre Project – Blake Works II», wobei eine Ballerina in Balanchineblauem Trikot und Schläppchen auf eine Stange zu kreiselt. Diese verläuft quer und verliert sich rechts und links im schwarzen Nichts – ein Abstraktum und doch sehr konkret, ein Symbol für tägliche einsame Exerzitien. Die Stange ist pars pro toto eines hochkonzentrierten audiovisuellen Artefakts. Also ein typischer Forsythe.
Bill Forsythe gibt über Video-Konferenz ironisch den alten Meister (grandpa) und den Narren. Er haut sich auf den Arm und versichert sich selbst, dass es der linke ist: «Ich liebe Zoom», sagt er. Via Zoom zu choreografieren, führt zu Missverständnissen von Lechts und Rinks: Der Akteur Forsythe wechselt ...
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Tanz Mai 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 7
von Eva-Elisabeth Fischer
CREATING SACRE
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