Pyramide
Alexandre Lacroix, in Ihrem Buch «La Danse – Philosophie du corps en mouvement» begleiten sie einen Danseur und eine Danseuse étoile des Pariser Opernballetts durch den Arbeitsalltag im Palais Garnier. Sie beobachten das Geschehen praktisch aus der Position eines Soziologen, wenn nicht gar eines Anthropologen, der auf eine unbekannte Kultur schaut.
Wie ist es Ihnen gelungen, in das Innere der Pariser Opéra einzudringen, die für gewöhnliche Menschen hermetisch abgeschottet ist?
Das kam so: Ich bin Chefredakteur der Zeitschrift «Philosophie Magazine», und die Redaktion der Hauszeitschrift «Octave» der Opéra wandte sich an mich mit der Idee einer Zusammenarbeit. Da erzählte ich, wie sehr mich ein 1963 erschienenes Buch von Truman Capote beeindruckt hatte. Es heißt «Die Musen sprechen. Mit Porgy and Bess in Russland». Capote begleitete eine afroamerikanische Truppe, die in der Sowjetunion auf Tournee ging, weil sie sich dem US-Imperialismus entgegenstellen wollte. Doch vor Ort wurde sie mit dem offenen Rassismus der Parteikader konfrontiert. Das brachte mich auf die Idee einer Serie von Reportagen über die Metiers an der Opéra, anlässlich Ivo van Hoves Inszenierung der Oper «Boris ...
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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 100
von Thomas Hahn
Das Konferenzzimmer im Probenhaus am Münchner Platzl, wo das Bayerische Staatsballett gleich neben dem Hofbräuhaus residiert: Osiel Gouneo, Principal der Kompanie, gibt ein Interview am anderen. Ohne die Geduld zu verlieren. Er nimmt sich Zeit, antwortet gerade heraus, legt zwischendurch ein paar Schritte aufs Parkett – eine Stunde vergeht wie im Flug. Und lehrt...
Eine Frau eilt treppab durchs Parkett, hinunter zur ersten Reihe der Hamburger Staatsoper. Draußen im Foyer tröstet sich das Publikum noch mit Sekt und Kanapees. Drinnen bleibt die rechte Proszeniumstüre fest verschlossen. Denn der Mann, der einundfünfzig Jahre lang als allerletzter und unmittelbar, bevor der Vorhang für die jeweilige Aufführung hochging,...
Vereinsleben für Mittelalterspiele. Das Thema scheint etwas für Menschen von gestern, vielleicht für Menschen vom Land, für Verrückte – für Leute jedenfalls, mit denen wir, westlich urbane Intellektuelle, nichts zu tun haben (wollen). Die «Assembly Hall», die der Bühnenbildner und langjährige Mitstreiter von Crystal Pite, Jay Gower Taylor, für das Stück mit eben...
