Dreieck
Macht wird vielfach zu schnell mit Kritik assoziiert. Neben einem Begriff des Machtmissbrauchs gibt es jedoch auch einen Begriff des Machtgebrauchs. Der folgende Überblick über die Soziologie der Macht bemüht sich daher um einen positiven Machtbegriff, der Machtkritik nicht ausschließt, sondern zusätzlich einen Blick darauf wirft, dass Macht den immer noch unwahrscheinlichen Aufbau von Handlungsketten produktiver und kreativer, auch destruktiver Art ermöglicht, die andernfalls nicht zustande kämen.
Macht wird ausgeübt, erlitten und erklärt.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass es sich in allen drei Fällen um dieselbe Macht handelt. Die ausgeübte Macht erfreut sich ihrer Wirkung bei anderen. Die erlittene Macht sucht nach Auswegen, solange sie keine guten Gründe für ein Einverständnis findet. Und die erklärte Macht steht im Kontext einer Herrschaft, die positiv und negativ bewertet wird. Sie wird positiv bewertet, weil sie Dinge möglich macht, und negativ, weil sie anderes behindert und verhindert. Macht ist demnach ein einigermaßen komplexes Phänomen. Einfache Definitionen wie die von Max Weber, dass Macht die Chance erhöht, einen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, oder ...
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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 20
von Dirk Baecker
Vereinsleben für Mittelalterspiele. Das Thema scheint etwas für Menschen von gestern, vielleicht für Menschen vom Land, für Verrückte – für Leute jedenfalls, mit denen wir, westlich urbane Intellektuelle, nichts zu tun haben (wollen). Die «Assembly Hall», die der Bühnenbildner und langjährige Mitstreiter von Crystal Pite, Jay Gower Taylor, für das Stück mit eben...
Wenn wir gegenüber den Mächtigen die Wahrheit aussprechen müssen, ist Macht dann unwahr?
Die Macht eines Körpers. Die Macht von Körpern.
Die Macht von Tänzer*innen. Die Macht des Tanzens.
Die Macht von Choreograf*innen.
Die Macht der Musik. Die Macht keiner Musik. Die Macht des Lärms. Die Macht des Schweigens.
Die Macht des Ensembles. Die Macht von Solist*innen....
Sie beide sind ein gutes Beispiel dafür, wie man sich in der Ballettwelt, im Beruf, ein machtfreies Inselchen schaffen kann: Seit dieser Saison sind Sie Mitglieder des neu sortierten Berliner Staatsballetts, kein Paar – sondern allerbeste Freunde. Wie muss man sich überhaupt die Zusammenarbeit innerhalb einer Ballettkompanie vorstellen?
Chloe Capulong: Das...
