Jeffrey Schoenaers, Ana Štefanec und Luke Thomas Dunne; Foto: Andrej Lamut
Pursuit of Happiness
In jeder ordentlichen Bar gibt es eine Barre. Sie sieht aus wie im Ballettsaal: eine an der Theke befestigte Querstange. Barre und Bar, die eine hat tatsächlich mit der anderen zu tun. Die Bar ist die Stütze für Trinker, von ihnen gern auch als Stützpunkt bezeichnet. Ebenso stützt die Barre den Tänzer. Und so sieht man auf dieser Bühne eine Bar im Western-Saloon samt Stange davor, jene Barre, an der Trinker die Haltung verlieren und Tänzer sie gewinnen.
Genau darum geht es in diesem detailversessen aufgebauten Filmset samt gut polierter Theke, auf der zunächst das Whisky-Glas schwungvoll Fahrt aufnimmt und vier, fünf Meter weit wie ein Eisstock zur Hand der Trinker rast. Präzision und Slapstick sind ein souveränes Paar, sobald der an der Theke lehnende, tüchtig trinkende Tänzer-Cowboy oder das darauf abgestellte Paar Westernstiefel der Schlittenfahrt des Whisky-Glases so knapp wie möglich ausweichen. Das Ensemble, sechs Damen und Herren der slowenischen EnKnapGroup, trägt dazu das Cowboy-Outfit genauso stolz wie die aufgemalten Zahnlücken, passend zur wiederkehrenden, hübsch realistisch choreografierten Saloon-Schlägerei. Die Zahnlücken sind auch beim Square Dance zu bewundern, ...
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Tanz Februar 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Arnd Wesemann
Sie sind derzeit Trainingsleiter von Dance On, ein Ensemble, das aus Tänzern 40+ besteht und im Berliner Hebbel am Ufer, kurz HAU, das Festival «Out of Now» veranstaltet. Die Kompanie hat sich auf die Fahnen geschrieben, «sichtbar zu machen, was die Tanzkunst durch erfahrene Tänzer gewinnt». Wo haben Sie selbst Ihre Erfahrungen als Tänzer und als Lehrer gesammelt?
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Lille, 12. Dezember 2017. Nachmittag, Théâtre du Grand Bleu. Es läuft das Festival «Les Petits Pas». Tanz für junges Publikum. Christian Rizzo präsentiert «d’à côté». Drei Tänzer tragen Zimmerpflanzen rein und raus, verschränken ihre Körper zu Gebilden, die wie aus Legobausteinen zusammengesetzt wirken. Sie bewegen sich langsam, verschieben weiße Wandelemente in...
Ist es Ranschmeißerei, wenn ein Stadttheater mitspielt bei all den tourenden Tanzshows, bei «Ballet Revolución» oder «Night of the Dance»? Wenn es die «Let’s Dance»-Zuschauer von RTL mit einem konkurrenzfähigen Angebot aus ihren Fernsehsesseln ins Theater lockt? In Pforzheim kriegt sich das Publikum tatsächlich kaum mehr ein nach diesem mit «Ballett-Musical»...
