protest: alistair spalding
Dem britischen Bildungsminister Michael Gove dürfte die Morgenzeitung aus der Hand gefallen sein, denn dass sich zehn Tanzdirektoren zusammentun und via Daily Telegraph einen Brandbrief absetzen, kommt nicht alle Tage vor.
Von Sadler‘s Wells-Chef Alistair Spalding über Royal-Ballet-Intendant Kevin O‘Hare bis zur neuen Leiterin des English National Ballet, Tamara Rojo, ist sich das dance establishment des Landes einig: Tanz muss Schulfach bleiben! Jawohl, wir Deutschen mögen ungläubig staunen, aber in Großbritannien gehören die Künste und also auch der Tanz bislang zum Kanon der Prüfungsfächer für das sogenannte «General Certificate of Secondary Education», das dem Abitur vorangeht und in etwa dem Mittleren Schulabschluss entspricht.
Das soll sich ab 2015 ändern, und eben dagegen erhebt sich nun Protest. Und zwar nicht nur, wie Alistair Spalding flankierend erklärte, weil sich die nationale Tanzszene dank der Bildungspatronage geradezu explosiv entwickelt habe und die kreativen Youngsters besser vorgebildet seien denn je. Sondern auch, weil das Tanzen auf der sportlichen Beliebtheitsskala mit dem Fußball fast gleichauf liege – bei den Jungs. Ob das den Bildungsminister, selbst Vater ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 31
von Dorion Weickmann
Zugegeben: einen choreografischen Coup hat Benjamin Millepied schon länger nicht mehr gelandet. Seitdem der Ex-Ballerino des New York City Ballet für Darren Aronofskys Melodram «Black Swan» (2010) die Schrittmuster fertigte, sich dabei Hals über Kopf in die Schauspielerin Natalie Portman verliebte und den Bund schließlich per Nachwuchszeugung und Ehering...
Weiße Turnschuhe, weiße Strümpfe, darüber der Saum eines weiten braunen Kleides mit kurzen Ärmeln. Dekolleté, Hals und Gesicht ragen aus dem Stoff nach oben, die langen Haare sind streng nach hinten frisiert. Die Tänzerinnen recken die Köpfe und ziehen sie wieder ein, um Ausschau zu halten und sich sodann neuerlich in die Aufgabe zu vertiefen, die es zu bewältigen...
Sie begeht nicht einmal ein Jubiläum und steht dennoch mehr denn je im Mittelpunkt beim diesjährigen «Festival d’Automne» in Paris. Denn jeder hier spürt: Maguy Marins Arbeit steht vor einem radikalen Einschnitt. Ein Vierteljahrhundert lang leitete die 61-Jährige nacheinander zwei renommierte Centres chorégraphiques nationaux (CCN), nun steht sie ohne feste...
