neue serie: tanz-mode
Zugegeben: einen choreografischen Coup hat Benjamin Millepied schon länger nicht mehr gelandet. Seitdem der Ex-Ballerino des New York City Ballet für Darren Aronofskys Melodram «Black Swan» (2010) die Schrittmuster fertigte, sich dabei Hals über Kopf in die Schauspielerin Natalie Portman verliebte und den Bund schließlich per Nachwuchszeugung und Ehering besiegelte, scheint ihm die tanzkreative Potenz abhandenzukommen. Jedenfalls lieferte seine kürzlich gestartete Truppe L.A. Dance Project nach Einschätzung amerikanischer Kritiker mit «Moving Parts» einen reichlich mauen Einstand.
Was auch damit zusammenhängen mag, dass der Chef sich konsequent zum Hansdampf in allen Gassen entwickelt.
Neben dem regelmäßigen Gala-Teppich-Marathon steht dabei eines auf Millepieds Agenda ganz oben: seine Karriere als Film-Professional anzuschieben. Dafür bugsiert der Jungregisseur nicht nur ebenso manierliche wie jugendfreie Stoffe ins Kamera-Sichtfeld, sondern holt jede Menge prominenter Mitstreiter ins Boot. Heraus kommen Fünfminüter wie «Partita», ein mit Phil-Glass-Sound aufgepepptes, bei nowness.com präsentiertes «In-Bed-with-Mr.Beautiful»-Schnipselchen. Andere in derselben, angesagten ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: praxis, Seite 72
von Dorion Weickmann
Weiße Turnschuhe, weiße Strümpfe, darüber der Saum eines weiten braunen Kleides mit kurzen Ärmeln. Dekolleté, Hals und Gesicht ragen aus dem Stoff nach oben, die langen Haare sind streng nach hinten frisiert. Die Tänzerinnen recken die Köpfe und ziehen sie wieder ein, um Ausschau zu halten und sich sodann neuerlich in die Aufgabe zu vertiefen, die es zu bewältigen...
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