maguy marin

Mag Frankreich ihre spröde Weisheit noch so bewundern – die Choreografin sucht einen Neuanfang. Sie kehrt heim nach Toulouse, wo sie als Tochter einer Widerstandskämpferin geboren wurde. Ein Erbe, das sie ästhetisch wie politisch ernst nimmt

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Sie begeht nicht einmal ein Jubiläum und steht dennoch mehr denn je im Mittelpunkt beim diesjährigen «Festival d’Automne» in Paris. Denn jeder hier spürt: Maguy Marins Arbeit steht vor einem radikalen Einschnitt. Ein Vierteljahrhundert lang leitete die 61-Jährige nacheinander zwei renommierte Centres chorégraphiques nationaux (CCN), nun steht sie ohne feste Arbeitsstätte da. Und kehrt deshalb mit ihrer neuerdings freien Truppe ausgerechnet dorthin zurück, wo sie einst geboren wurde: nach Toulouse.



Die überzeugte Demokratin
In die Stadt nördlich der Pyrenäen flohen ihre Eltern, als Hitler und Franco die internationalen Brigaden und mit ihnen den Traum einer spanischen Republik zerschmetterten. Die jüngste Tochter Maguy ging nach Brüssel, an Béjarts Mudra-Schule, machte danach Karriere als Tänzerin und hob ihre eigene «Compagnie» aus der Taufe. 1985 gründete der französische Staat eigens für Marins Ensemble das CCN in Créteil bei Paris, 1998 folgte in gleicher Mission das CCN in Rillieux-la-Pape, einer Banlieue von Lyon. Nach der Jahrtausendwende wurde dort für Marin sogar noch ein nagelneuer Ökobau hochgezogen. Trotzdem beschloss sie 2010, ihren Hut zu nehmen. Denn als überzeugte ...

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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 25
von Thomas Hahn

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