newcomer
Weiße Turnschuhe, weiße Strümpfe, darüber der Saum eines weiten braunen Kleides mit kurzen Ärmeln. Dekolleté, Hals und Gesicht ragen aus dem Stoff nach oben, die langen Haare sind streng nach hinten frisiert. Die Tänzerinnen recken die Köpfe und ziehen sie wieder ein, um Ausschau zu halten und sich sodann neuerlich in die Aufgabe zu vertiefen, die es zu bewältigen gilt. Die bleibt den Zuschauern zunächst ein Rätsel. Sofia Pintzou und ihre Gefährtin Anna Athanasiou sind zwei Körper, die gleichzeitig den Weg eines Individuums durch ein Labyrinth beschreiben.
Dabei etablieren sie vor- und rückwärts eine Bewegungsfolge, die einerseits vom Zentrum nach außen führt und andererseits vom Eingang des Labyrinths in dessen Mitte. Bis sich beide aus einer tiefen, gebeugten Haltung aufrichten, vergehen einige Minuten. Sie durchqueren das unsichtbare Geflecht am Boden mit ausholenden und kleinen Schritten, während sie präzise Arm- und Handgesten artikulieren. Ihr Handeln ist zwar nicht durchschaubar, erscheint aber zwingend notwendig.
«For example, a productive day. Solo II» zeigte Sofia Pintzou vergangenen September bei der Nachwuchs-Plattform «Lucky Trimmer» in Berlin. Die Konsequenz, mit der ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: menschen, Seite 30
von Franziska Buhre
Jeder Mensch ist ein Tänzer, hat schon Rudolf von Laban gesagt. Denn jeder tanzt, und jeder kann auch tanzen. Die Tanzlehrer, die in einem schicken Hotel am Düsseldorfer Flughafen eine Woche lang tagen, formulieren das noch einmal neu. Es klingt wie eine Forderung: «Wir wollen tanzen!» Das Tagungsmotto des nun auch schon 90 Jahre alten Allgemeinen Deutschen...
Nach dieser Ballszene gibt es kein Zurück. Anna Karenina (Keira Knightley), die Frau eines angesehenen Regierungsbeamten (Jude Law), tanzt zum ersten Mal mit dem draufgängerischen Offizier Wronskij (Aaron Taylor-Johnson). Sie wirbeln im Kreis herum, tanzen sich in einen wahren Rausch hinein, bis selbst der Zuschauer mitgerissen wird vom Taumel ihrer Gefühle. Als...
Stimmen, Lichter, eine Frau. Viel braucht es nicht für diese Performance über das Sterben. Keine Musik, kein Geschrei. «We are not afraid of the dark», behauptet der Titel. Ein Versprechen an die Zuschauer, die am Ende wohl weniger Angst vor der endgültigen Dunkelheit haben könnten als zuvor. Das Stück will niemanden therapieren. Was zählt, ist die allerletzte...
