Prinzip Hoffnung
In den sozialen Medien reichen britische Künstler seit Monaten in ungläubig-sehnsüchtigem Staunen folgende Zahlen herum: 600 Millionen Euro investiert Berlin pro Jahr in die Kulturlandschaft. Der Arts Council stemmt in etwa dieselbe Summe – nur muss sie für ganz England reichen. Das Beispiel illustriert, in welchem Maß die Kompanien und Spielorte auf der Insel auf Ticketverkäufe, Fundraising, Vermietungen etc. angewiesen sind.
Drei Beispiele aus den letzten Bilanzen (2017/18): Das Royal Opera House, Sitz des Royal Ballet, bringt 75 Prozent seines Budgets selbst auf, 33 Prozent davon kommen von den Theaterkassen. 62 Prozent trägt das English National Ballet zusammen – fast alles über Eintrittskarten. Das Tanzhaus Sadler’s Wells in London, herausragender Koproduktionspartner für viele nationale und kontinentaleuropäische Kompanien, ist gar zu 91 Prozent Selbstversorger, wobei 70 Prozent der Einkünfte aus dem Ticketverkauf stammen. Eigentlich ist man hier auch sehr stolz auf die Fähigkeit, a) große Summen selbst aufzubringen, b) mit kleinen Budgets international Wettbewerbsfähiges zu produzieren. Aber Corona droht den Sektor zu verkrüppeln. Die Zahlen des Office for National ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 50
von Wiebke Roloff Halsey
Eine deutsche Tanzproduzentin übernimmt das Festival «Moving in November» in Helsinki: Kerstin Schroth, zuletzt Managerin der Choreografin Mette Ingvartsen. Eingeladen hat sie «Consul und Meshie» von Antonia Baehr und Latifa Laâbissi, entstanden bereits 2018. Die beiden Damen hocken als ihre eigenen Urahnen dreieinhalb Stunden lang auf einer opulenten...
Hessen und Sachsen, Dresden und Frankfurt – sie unterhalten seit über einem Jahrzehnt eine Tanzkompanie: geleitet zunächst von William Forsythe, seit 2015 von Jacopo Godani. Jetzt rücken verstärkt die Chancen von Koproduktionen und Kooperationen ins Blickfeld der Company. Jacopo Godani hat für den Abend «Zeitgeist Tanz» keinen Geringeren als Marco Goecke...
Schön fängt es an: Der Vorhang im Dortmunder Opernhaus geht auf, die Bühne steht leer. Dann öffnet sich weit hinten die Tür nach außen, und man sieht: Watt. Im Video. Dazu ein Chopin-Walzer. In der Meereszone zwischen Strand und Wellen sitzt nun ein Mann auf einem Stuhl. Er schließt die Augen. Es öffnet sich ein Vorhang, im Film, vielleicht vor seinem inneren Auge;...
