Prinzip Hoffnung
In den sozialen Medien reichen britische Künstler seit Monaten in ungläubig-sehnsüchtigem Staunen folgende Zahlen herum: 600 Millionen Euro investiert Berlin pro Jahr in die Kulturlandschaft. Der Arts Council stemmt in etwa dieselbe Summe – nur muss sie für ganz England reichen. Das Beispiel illustriert, in welchem Maß die Kompanien und Spielorte auf der Insel auf Ticketverkäufe, Fundraising, Vermietungen etc. angewiesen sind.
Drei Beispiele aus den letzten Bilanzen (2017/18): Das Royal Opera House, Sitz des Royal Ballet, bringt 75 Prozent seines Budgets selbst auf, 33 Prozent davon kommen von den Theaterkassen. 62 Prozent trägt das English National Ballet zusammen – fast alles über Eintrittskarten. Das Tanzhaus Sadler’s Wells in London, herausragender Koproduktionspartner für viele nationale und kontinentaleuropäische Kompanien, ist gar zu 91 Prozent Selbstversorger, wobei 70 Prozent der Einkünfte aus dem Ticketverkauf stammen. Eigentlich ist man hier auch sehr stolz auf die Fähigkeit, a) große Summen selbst aufzubringen, b) mit kleinen Budgets international Wettbewerbsfähiges zu produzieren. Aber Corona droht den Sektor zu verkrüppeln. Die Zahlen des Office for National ...
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Tanz November 2020
Rubrik: Kooperationen, Seite 50
von Wiebke Roloff Halsey
Ann-Elisabeth Wolff, vor 30 Jahren, kaum war die Mauer gefallen, wird ein Festival für europäisches Theater gegründet. Was war passiert? Von Leipzig ging die Revolution aus. Von einer weltoffenen Stadt, anders als das in sich selbst ruhende Dresden, das kein Geld für ausländische Künstler ausgeben wollte. Ich war Musikwissenschaftlerin, hatte 14 Jahre als Lektorin...
Cosmic dancer
Michael Clark ist ein Tanzstar in Großbritannien seit den 1980er-Jahren, der Ära von Margaret Thatcher. Er choreografiert seitdem ein laszives, exzessives Ballett auf High Heels als grelles Anti-Establishment – wurde selbst zur Pop-Ikone. Das Londoner Barbican, das seit 2005 seine Kompanie beherbergt, lässt den schottischen Rebellen auferstehen, der...
Er war lange Jahre Tänzer, zuletzt in Nordhausen bei Jutta Ebnother. András Dobi hat die Bühne längst verlassen und ist nun in den Schnürboden umgezogen. Dort oben, neben den Lampen und Kulissen, diesmal im Theater von Schwerin, hat der Absolvent der Ungarischen Tanzakademie seine Kamera installiert und seinen noch aktiven Kollegen zugeschaut, getrieben von einer...
