Praxis 5/22
Tanzarchiv Köln
DAS KOMPETENZZENTRUM
Zukunft eines Lebenswerks: An einem riesigen Tisch wird das Schicksal des Deutschen Tanzarchivs Köln verhandelt. Von Kurt Peters in Privatinitiative nach dem Krieg errichtet, verfolgt es seinen derzeitigen Leiter Frank-Manuel Peter bis in den Ruhestand.
Wie stets, wenn aus einer Initiative eine Institution geworden ist, bilden Stadt, Land und Expert*innen ein Gremium, das die Interessen bündelt: Wozu ein Tanzarchiv? Was kann man damit anstellen? Solche Fragen wurden im Vorfeld auf Landesebene «proaktiv» mit einem Plan eingefangen. Ein «Forschungs- und Kompetenzzentrums Tanz» soll aus der stattlichen Sammlung entstehen. Es gibt 250 000 Euro mehr im Jahr, dafür soll der im Kölner Mediapark angesiedelte Schatz zur Grundlage werden für Ausbildung, Praxis und Forschung, soll sich weiter öffnen in Richtung Tanzhochschulen – was bisher auch schon geschah.
Nur nicht digital, sondern «händisch» mit Suche und Sichtung vor Ort in einem Bestand, der trotz Förderung der Stadt Köln und der Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn kaum vollständig zu erfassen ist. «Digital» ist im Archivwesen gleichbedeutend mit «Copyright»: Eric W. Steinhauer, Jurist aus ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Praxis, Seite 64
von
Ein Triple Bill ist nicht zuletzt die Gelegenheit, unterschiedliche choreografische Sprachen an einem Abend kennenzulernen. Der Oldenburger Ballettdirektor Antoine Jully (tanz 2/21) führt diesen Gedanken noch weiter: Nicht nur drei verschiedene Choreografen beliefern «Verklärte Nacht», der Abend ist mit Neoklassik, Ballett und (Post-)Moderne auch ein angedeuteter...
Am 24. Februar weckte mich ein Anruf meines Vaters:
Was machst du? Ich schlafe natürlich. Wieso? Putin hat den Krieg erklärt. Ich setze mich im Bett auf.
Scheiße. Zeitgleich ruft auf der anderen Leitung meine Freundin an:
Weißt du’s schon? Ja. Danke, dass du anrufst. Im Bett sitzend, blicke ich aus dem Fenster auf den eintönig grauen Morgenhimmel und lausche....
Die Ukraine ist ein Land des Tanzes, das der Welt im 20. Jahrhundert viele herausragende Balletttänzer geschenkt hat. Da ist zunächst Serge Lifar zu nennen, dem es noch Anfang der 1920er-Jahre heimlich und unter Lebensgefahr gelang, die Grenze zu Polen zu überqueren und nach Paris zu kommen. Dort, in Diaghilews Ballets Russes, begann sein brillanter Werdegang als...
