Praxis 11/23
Opernballett Flandern
WEGWEISENDE NEUERUNGEN
Die Mitteilung kam Anfang Oktober und verkündete schon fast eine Revolution: Das Opernballett Flandern (nix mehr mit Royal Ballet Flanders …) gibt seinen Tänzer*innen künftig Verträge, die länger laufen als eine Saison – «indefinite contracts», wie es aus Antwerpen hieß. Damit will man der work-life-balance der Künstler*innen entgegenkommen, mehr Sicherheit für ihre Lebensplanung schaffen – und mehr Zeit für ihre künstlerische Entwicklung.
So einschneidend wie wegweisend auch die zweite Maßnahme, auf die man sich verständigt hat: die Hierarchie wird eingeebnet. Ab sofort tauchen die Tänzer*innen nicht mehr nach Rang geordnet auf, sondern werden alphabetisch gelistet. Damit tut das Haus, das gerade erst Richard Siegals «New ballet mécanique» (S. 46) herausgebracht hat, einerseits einen mutigen Schritt nach vorn. Die Abschaffung des Top-down-Systems von Principals über Solist*innen bis Corps de ballet-Mitglieder soll demokratische Strukturen stärken und der künstlerischen Einzigartigkeit Rechnung tragen. Zugleich kehrt das Ensemble damit zu seinen Wurzeln zurück, denn bei seiner Gründung 1969 gab es keine Klassenunterschiede.
Die ...
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Tanz November 2023
Rubrik: Praxis, Seite 64
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