potente paten

Italien steht kaum im Ruf, sonderlich effizient mit Geld umzugehen. Kunst und Tanz aber haben dort Stifter gefunden, die ihnen das Dasein ermöglichen. Die Fondazione Prada hob gerade ein Werk von Virgilio Sieni aus der Taufe

Tanz - Logo

In jedem größeren Ort mindestens eine kunsthistorisch bedeutsame Kirche, in jeder halbwegs traditionsbewussten Stadt ein eminentes Museum, und oft genug selbst in der kleinsten Kapelle am Wegesrand noch ein Fresko, das man gesehen haben muss: Italien ist ein Land der Kultur, eine Kulturmarke. Und trägt schwer daran. Seit über zwei Jahrzehnten ist klar, dass der Staat diese Schätze nicht erhalten und zugleich auch noch die Entwicklung zeitgenössischer Kunst finanzieren kann oder will, je nachdem, wen man fragt.

Auch der Tanz hat es schwer, selbst ehrwürdige Institutionen wie die Opern von Rom oder Florenz straucheln in eine Krise nach der anderen. Oft genug zahlt die Tanzsparte dafür am Ende die Zeche. Die freie Szene tut sich so schwer wie überall es sei denn, ihre Künstler treffen auf einen Patron, eine Patronin, die Geld locker machen aus dem Portefeuille einer Stiftung.

So verhält es sich zum Beispiel mit diesen beiden, die einander erstmals 1990 begegneten: die Designerin und Modeschöpferin Miuccia Prada und der Choreograf Virgilio Sieni. Seinerzeit waren beide aufstrebende Talente und ließen sich auf ein Projekt namens «Neoclassico» ein, in dem es darum ging, das musikalische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2015
Rubrik: praxis, Seite 66
von Silvia Poletti

Weitere Beiträge
magdeburg

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Gonzalo Galguera mit einer religiösen Thematik befasst. In «Credo», «Requiem» und «Heilig!» hat er das in der Vergangenheit gleich mehrfach getan, und diese Erfahrung kommt ihm insofern auch in «Stabat Mater» zugute, als er auf alle Äußerlichkeiten verzichten kann. Seine Maria steht nicht am Kreuz, wie es der lateinische Text...

gunst und kunst

Ende Dezember verlässt Sylvie Guillem die Bühne. Mit ihrem Abschiedsprogramm «Life in Progress» ist sie rund um den Globus getourt, für das Finale hat sie Japan auserkoren. Nicht umsonst. Dem Rest der Welt sagt Guillem im Rahmen des Farewell-Abends «Tschüss» mit Mats Eks Solo «Bye», für Nippon aber hat sie noch eine besondere Zugabe: Als Gaststar in Béjarts...

persönlich

newcomer
sergiu matiŠ
Der klassische Tanz habe seinen Körper kontaminiert und müsse deshalb ausgetrieben werden, sagt Sergiu Matiš. Obwohl sich seine solide Ausbildung auf der Bühne positiv bemerkbar macht. Im zeitgenössischen Tanz hat der gebürtige Rumäne eine neue Heimat gefunden, neugierig, wie Tanz auf Gegenwart reagiert. Nach neunjährigem Studium im heimischen...